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So schlecht, man muss es gesehen haben: Beyond the Limits

Splatter-Filme haben manchmal einen schlechteren Ruf als sie verdient haben. Einige sind sie sogar richtig gut. Nicht aber dieser Film.

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Beyond the Limits
Bild: IMAS Filmproduktion

Splatter ist eine sehr schnell als abwertend geltende Bezeichnung für ein Genre, das sich bekannterweise hauptsächlich darauf konzentriert, in möglichst vielen Filmminuten Blut, Organe und Körperteile durch die Luft fliegen zu lassen. Unter diesen meist flachen Werken findet sich hin und wieder eine Produktion, die zumindest im Ansatz versucht mit einer interessanten Story und größerem Aufwand zu punkten. Doch trotz aller Bemühungen, scheitern die meisten Splatter-Filme an dieser Aufgabe und nutzen vermeintlich nachvollziehbare Ausgangssituation lediglich, um zur nächsten blutigen Szene überzugehen. Einer dieser Filme ist sicherlich Beyond the Limits von der deutschen Splatter-Legende Olaf Ittenbach.

Dieser Film besteht eigentlich aus drei Episoden: Unter einer Bande von Gangstern ist ein Mitglied mit einem ominösen Relikt („Das ewige Herz“) verschwunden. Da so ein Vorfall nicht geduldet werden kann, wird in den eigenen Reihen erst einmal so lange gefoltert, bis sich der Verantwortliche findet. Die zweite Geschichte spielt im Mittelalter und beschäftigt sich mit der Herkunft von besagtem Relikt. Verbunden wird das Ganze durch eine Reporterin, die einen Totengräber nach seinen interessantesten „Kunden“ befragt, wobei dieser Mann merkwürdiger Weise jedes Detail der blutigen Vorfälle in Gegenwart und Mittelalter zu kennen scheint.

Beyond the Limits
Bild: IMAS Filmproduktion

Vor allem die „Handlung“ der Gangsterepisode ist natürlich nur Mittel zum Zweck. Nach einigen kurzen Momenten in der Wüste und der Grossstadt, verwandelt sich das Esszimmer eines Gangsterbosses, der natürlich gerade eine kleine Party feiern will, zum Hauptschauplatz des blutigen Infernos. Auf der Suche nach dem Relikt, bekommt die Gesellschaft nämlich Besuch von einem sadistischen Lederfetischisten und seinem sehr merkwürdig aussehenden Kumpel. Um Antworten zu bekommen, wird erst einmal in bester Splatter-Manier gefoltert, Kehlen werden aufgeschlitzt und Köpfe mit Hämmern eingeschlagen. Dabei werden Sätze rausgehauen, die nur bedingt als Dialog beschrieben werden können.

Übertriebener, unsinniger Gore

Obwohl die Gore-Effekte natürlich das Herz jedes Genre-Fans höher schlagen lassen, kommt in dieser Orgie der Gewalt leider kein bisschen Spannung auf, weil der Schauplatz in dieser Episode nicht mehr gewechselt wird. Im Prinzip findet sich hier der dünnste Plot, den man sich vorstellen kann, um die Story in ein Haus zu verlegen und eine Menge Blut fliessen zu lassen. Das Ganze endet natürlich in einem absurden, blutigen Showdown.

Beyond the Limits
Bild: IMAS Filmproduktion

Entsprechend unabwechslungsreich fällt auch die Darstellung der Figuren aus. Die Schauspieler sind eben Gangster, also gibt es die ganze Zeit nur harte Sprüche. Der verrückte Sadist begrenzt sich darauf, regelmässig nach links und nach rechts zu sehen, um anschließend irgendetwas Verrücktes zu tun, wie z.B. blutverschmiert auf dem Schoss seiner Opfer zu sitzen.

Getoppt wird das Ganze eigentlich nur von der, zugegeben, etwas aufwendigeren zweiten Episode. Denn was ist besser als Menschen mit Knarren zu erschiessen, um das Blut spritzen zu lassen? Genau! Menschen mit Schwertern abzuschlachten.

Irgendwann im Mittelalter ist ein Mann namens David Deming auf der Suche nach dem Priester James Flynn, der der Ketzerei beschuldigt wird. Letzteres ist allerdings nur ein Vorwand, damit Deming von Flynn alles über das schwarze Herz erfahren kann. Nachdem die komplette Gemeinde des angeblichen Ketzers erst einmal abgeschlachtet wird, muss dieser auch erst einmal gefoltert werden, damit er Informationen preisgibt. In diesem Szenario befindet sich ein Ritter namens Dennis, der Demings Intentionen in Frage stellt und bald selbst den Kampf gegen diese bösen Machenschaften aufnimmt.

Beyond the Limits
Bild: IMAS Filmproduktion

Gleiches Setting wie zuvor

Dass für dieses Segment mehr Aufwand betrieben wurde zeigt sich durchgehend. Bessere Austattung, öftere Wechsel der Schauplätze und auch rein von der Idee her, fühlt sich Episode 2 besser an als sein Vorgänger. Sogar die blutigen Einlagen wirken besser platziert. All das täuscht leider auch nicht über die Länge der Geschichte hinweg und es kommt nur sehr selten eine düstere Atmosphäre auf. Vom finsteren Mittelalter lässt sich hier rein atmosphärisch fast gar nicht sprechen. Ausserdem ist das Schema zeitweise sehr nah an der ersten Episode. Hier findet sich schliesslich ebenfalls ein (mittelalterlicher) Sadist auf der Suche nach dem verschwundenen Relikt. Selbstverständlich hat auch dieser einen noch verrückteren Sidekick. Gerade diese beiden Figuren ziehen die gesamte Handlung mit ihrem übertriebenen Spiel in den Bereich einer schon nicht mehr glaubhaften Absurdität, so dass man sich die nächste Blutorgie nur herbeisehnen kann.

Dazu kommt noch Hauptdarsteller Darren Shalavi, der rein vom Typ her in der Geschichte wie ein Fremdkörper wirkt und sich meistens darauf begrenzt, grimmig durch die Gegend zu blicken. Abgesehen davon, scheint er der einzige Ritter zu sein, der Martial-Arts Fähigkeiten besitzt, die nur bedingt in das mittelalterliche Setting passen. In diesem Zusammenhang sollte der kurze Auftritt von B-Movie-Star und Kampfsport-Legende Matthias Hues nicht unerwähnt bleiben, der leider nach zwei Sätzen das Zeitliche segnet.

Es bleibt jedoch das Prädikat, sich diesen Film gerade wegen vieler dieser Momente anzusehen. Schliesslich wird hier rein vom Splatter wohl mit das Höchste geboten, was sich findet. Eine nicht ganz saubere Perle des Genres. Der blosse Versuch von Ittenbach, sich auf hohem Niveau zu bewegen, muss gelobt werden, auch wenn das Endergebnis nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Blutfontänen, Organe und rollenden Köpfe natürlich das eigentliche Ziel waren und dementsprechend Schauspiel, Handlung und Dialoge etwas auf der Strecke geblieben sind, wie es beim Splatter nun mal üblich ist. Eine Kombination, die letztendlich unausgeglichen bleibt, genau wie die Episoden in diesem Film.

Zu Recht fragt sich der aufmerksame Leser, was wohl aus Reporterin und Totengräber geworden ist, die als loses Verbindungsstück dieser zwei Geschichten fungiert haben. Nun, diesem Teil des Films ging am Ende in vielerlei Hinsicht die Luft aus.

Mehr Beiträge aus der Reihe So schlecht, man muss es gesehen haben, findet ihr hier.

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Im Hohen Gras von Stephen King kommt zu Netflix

Die nächste Romanverfilmung von Stephen King ist in greifbarer Nähe

Joël Weber

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Bild: Copperheart Entertainment

Autor Stephen King ist mit seinen Romanen momentan allgegenwärtig. Zudem läuft gerade die Verfilmung seines Buches ES Kapitel 2 äusserst erfolgreich im Kino. Jetzt ist ein Trailer zu seiner neuen Buchverfilmung Im Hohen Gras erschienen.

Der Roman Im Hohen Gras erzählt die Geschichte der Geschwister Cal und Becky. Die beiden sind mit dem Auto in einer ländlichen Gegend unterwegs, als sie plötzlich die Hilferufe eines Jungen hören. Anscheinend haben sich das Kind und dessen Mutter in einem hohen Grasfeld nahe einer verlassenen Kirche verirrt. Cal und Becky machen sich auf ins Feld, bemerken aber schnell, dass mit eben jenem etwas nicht stimmt. Das Geschwisterpaar verliert sich nach Sekunden bereits aus den Augen. Ausserdem hören sich ihre Stimmen gegenseitig jeweils manchmal nah, manchmal fern an. So verirren sie sich immer tiefer im hohen Gras, wo nicht nur weitere Personen, sondern auch der Horror schon auf sie wartet.

Ob sich die Verfilmung stark an der Romanvorlage orientiert, oder aber eigene Interpretationen hinzufügt, ist noch unklar. Der Horrorroman wurde von Stephen King, zusammen mit seinem Sohn unter dessen Pseudonym Joe Hill, geschrieben.

Die Verfilmung zu Im Hohen Gras erwartet uns am 4. Oktober 2019 bei Netflix.

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The Suicide Squad ohne Joker – wer ist beim Reboot alles dabei?

Auf wen dürfen wir uns in The Suicide Squad (2021) alles freuen?

Joël Weber

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Bild: Warner Bros.

Der Film Suicide Squad aus dem Jahr 2016 soll bekanntlich ein Reboot namens The Suicide Squad bekommen. Bisher brodelte es in den Gerüchteküchen, welche Schauspieler für diesen Film verpflichtet werden könnten. Jetzt hat Regisseur James Gunn auf Twitter eine Namensliste veröffentlicht, die scheinbar den gesamten Cast des neuen DC-Films umfasst.

Gemäss James Gunn werden weder Will Smith als Deadshot, noch Jared Leto als Joker zurückkehren. Dafür aber dürfen wir uns erneut auf Margot Robbie als Harley Quinn, Joel Kinnaman als Rick Flag und Jai Courtney als Captain Boomerang freuen. Auch gibt es viele Neuzugänge, wie beispielsweise Taika Waititi, John Cena und James Gunns Bruder Sean Gunn. Ebenfalls neu mit dabei ist Idris Elba. Dieser hat ja bereits im aktuellsten Teil der Fast-and-Furious-Reihe sein Können als Bösewicht unter Beweis gestellt.

Cast The Suicide Squad
Möglicher Cast von The Suicide Squad | Bild: Twitter James Gunn

Regisseur James Gunn schrieb gleichzeitig allerdings, man solle sich nicht zu sehr an diese Namen gewöhnen. Anscheinend könnte sich der Cast noch verändern, möglicherweise werden wir auch nicht alle genannten Schauspieler tatsächlich in The Suicide Squad sehen. Leider müssen wir zudem in nächster Zeit auf Informationen durch Gunn oder DC verzichten, wie der Regisseur selbst verlauten liess. Er werde in Zukunft wohl keine weiteren Details zum kommenden DC-Film veröffentlichen und wolle sich stattdessen darauf konzentrieren, einen tollen Film zu machen. Dazu bleibt weiterhin fraglich, ob der erste Suicide Squad aus dem Jahr 2016 tatsächlich eine Neuauflage, oder aber doch eine Fortsetzung bekommen wird.

The Suicide Squad soll 2021 in die Kinos kommen, ein genaueres Startdatum ist bisher noch nicht bekannt.

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Erneuter Horror in ES Kapitel 2

Ist die Fortsetzung von ES gelungen oder durch die lange Spielzeit doch zu träge?

Joël Weber

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Bild: Warner Bros.

Der Horrorclown Pennywise ist zurück und terrorisiert erneut das Städtchen Derry. Diese Fortsetzung wurde seit Monaten freudig erwartet, aber wie gut ist sie wirklich? Unsere Kritik zu ES Kapitel 2:

Spoilerwarnung: Dieser Artikel enthält Spoiler zu den Filmen ES Teil 1 und Teil 2

Der Club der Verlierer wieder vereint

Als Kinder haben Bill, Ben, Eddie, Richie, Mike und Beverly gemeinsam den mordenden Horrorclown Pennywise zur Strecke gebracht. Doch das Böse ist nicht tot, sondern kehrt 27 Jahre später zurück in das beschauliche Städchen Derry. Während die meisten Mitglieder des Clubs der Verlierer Derry mittlerweile verlassen und die Geschehnisse von damals vergessen haben, ist Mike geblieben und erlebt den Horror erneut. Um seine Heimat und die darin lebenden Kinder zu beschützen, trommelt er den Club der Verlierer erneut zusammen.

So macht sich der Club erneut daran, den Clown zu jagen. Mittels eines alten Rituals soll die böse Kraft, die sich hinter Pennywise verbirgt, gebannt werden. Doch um das Ritual vollenden zu können, benötigen die Verlierer Artefakte, die sie mit ihrer jeweils ersten Begegnung mit Pennywise verbinden. Also tauchen sie in ihre Vergangenheit ein, wo nicht nur der Horrorclown, sondern auch ganz eigene Albträume auf sie warten.

Der Club der Verlierer aus ES Kapitel 2
Der Club der Verlierer erneut vereint | Bild: Warner Bros.

Gute Fortsetzung trotz Vorhersehbarkeiten

ES Kapitel 2 ist eine würdige Fortsetzung des ersten Teils. Allerdings kann sie weder mit ihrer Handlung und Spannung, noch dem Horror vollständig mit ihrem Vorgänger mithalten. Mit dem Aufbau der Handlung haben es sich die Macher relativ einfach gemacht. Die Suche nach den Artefakten durch jeden der Hauptdarstellen eignet sich gut dafür, viele einzelne Horrorszenen zu schaffen. Leider hat dies auch zugleich negative Auswirkungen auf die Spannung. Denn durch die so konstruierten Szenen geht dem Film einiges an möglichen Überraschungsmomenten verloren. Der Zuschauer erkennt jeweils bereits früh, wann sich eine erneute Jumpscare-Szene anbahnt, wodurch diese schlussendlich etwas abgeschwächt wird.

Trotzdem bietet die Story von ES Kapitel 2 aber auch viele Höhepunkte, besonders die Entwicklungen der einzelnen Protagonisten wurden sehr schön erarbeitet. Beim Cast wurde stark darauf geachtet, den ursprünglichen Club der Verlierer glaubwürdig altern zu lassen. Die eingespielten Rückblenden verstärken diese Glaubwürdigkeit zudem und so entsteht insgesamt ein schön anzusehender Look.

Skarsgård ist in ES Kapitel 2 erneut zum Fürchten

Ausserdem kann man ES Kapitel 2, wie bereits seinem Vorgänger, bei der Umsetzung seiner Horrorelemente nichts vormachen. Sowohl die Visual Effects, wie auch die Spezialeffekte sind extrem gut gelungen und vermitteln ein absolut realitätsnahes Bild der Geschehnisse. Bill Skarsgård ist erneut die perfekte Besetzung für die Rolle des Horrorclowns Pennywise, der einem mit seiner Mimik und Stimme einmal erneut in seinen Bann zu ziehen vermag.

Pennywise aus ES Kapitel 2
Pennywise ist zurück | Bild: Warner Bros.

Insgesamt halte ich ES Kapitel 2 für eine durchaus gelungene Fortsetzung. Sie wirkt zu Anfang aufgrund der doch sehr langen Spielzeit und dem Handlungsaufbau etwas träge und weniger unheimlich als der erste Teil. Nach dem Trailer haben wir erst etwas anderes erwartet. Diese Mängel werden aber im weiteren Verlauf der Story grösstenteils behoben. Auch die anfänglichen Probleme des Spannungsaufbaus lösen sich gegen Mitte des Blockbusters zunehmend auf. Das Ende wartet schlussendlich mit einem starken, überraschenden Finale auf.

Ein Highlight stellt klar der Cast dar. Sowohl Bill Skarsgård als auch die anderen Protagonisten, gespielt von Hollywood-Grössen wie beispielsweise James McAvoy und Jessica Chastain passen unglaublich gut in diese Horrorgeschichte von Schriftsteller Stephen King. So bietet ES Kapitel 2 gute Unterhaltung, die sich nicht nur an Fans des Horrorgenres richtet.

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