Bitte hört endlich auf, weitere Terminator-Filme zu machen!

Genau wie der T-800 kommen die Terminator-Filme immer wieder. Gut ist das aber nicht.

Der eine oder andere mag es vernommen haben: Sowohl Linda Hamilton als auch Arnold Schwarzenegger kehren für einen sechsten (!) Terminator-Film auf die Leinwand zurück. Ist das ein Grund zur Freude für den Franchise-Fan? Ich würde behaupten: nein. Leider haben sich die Fortsetzungen zum Science-Ficiton/Action-Meisterwerk Terminator 2 – Tag der Abrechnung bisher grösstenteils als Enttäuschungen erwiesen, die mit jedem mal nicht nur schlechter wurden, sondern vergeblich versucht haben, der Reihe neues Leben einzuhauchen. Eine Chronik des Scheiterns:

Der Gute: Terminator 3 – Rebellion der Maschinen

Ja, ich bekenne mich offen und ehrlich dazu, dass Terminator 3 nicht nur einen Blick wert ist, sondern auch, dass er die einzige Terminator-Fortsetzung ist, die überhaupt etwas taugt.

Es ist der Fluch der Nachgeborenen, der bei Terminator 3 das grösste Problem darstellt. Nach einem Genre-Meisterwerk wie Tag der Abrechnung überhaupt Möglichkeiten einer Steigerung zu finden, war eine unmöglich zu erfüllende Ambition. Rebellion der Maschinen konnte deshalb nur scheitern. Er verläuft sich in Ideen, die einige Elemente des Vorgängers auf sehr enttäuschende Weise lösen. Die Handlung des zweiten Teils beruht auf der Idee, den Tag des jüngsten Gerichts und die Herrschaft der Maschinen ein für allemal abzuwenden, nun kommt Teil drei daher und sagt, dass dieses Ereignis gar nicht verhindert werden kann. Schade. Der Rest der Handlung schafft es ebenfalls nicht, an das packende, dramatische Szenario des zweiten Teils heranzukommen.

Abgesehen davon muss sich diese Fortsetzung am wenigsten schämen zu existieren. Die Action-Sequenzen wirken gut in Szene gesetzt, der Humor kommt nicht zu kurz und obwohl Kristanna Loken als Terminatrix ein bisschen zu bemüht ist, noch böser und mächtiger als der T-1000 zu sein, schafft sie es zumindest eine bleibende Performance zu hinterlassen. Jede Kampfszene zwischen ihr und Schwarzenegger ist das eigentliche Highlight des Films. Terminator 3 ist ein guter Action-Film, nicht mehr, nicht weniger. An die Philosophie des zweiten Teils knüpft er nur noch bedingt an. Schlecht ist das nicht, nein, es ist sogar recht unterhaltsam, was einem hier geboten wird. Terminator 3 ist ein Film, den die Reihe zwar nicht gebraucht hat, der ihr aber auch nicht komplett geschadet hat. Wäre es danach bloss vorbei gewesen …

Der Böse: Terminator – Die Erlösung

Bild: The Halycon Company

Zu diesem „vierten“ Ableger gibt es nicht viel zu sagen. Es war der klägliche Versuch, die Reihe am Leben zu halten und die Geschichte mit neuen Stars in eine andere Richtung zu lenken. Ursprünglich als der erste Teil einer neuen Trilogie geplant, verläuft sich Die Erlösung leider zwischen Neustart und Fortsetzung, ohne dabei originell zu wirken. Keine Zeitreise-Elemente mehr, kein (wirklicher) Schwarzenegger mehr und keine sehr spannende Handlung. Klar, Christian Bale ist ein guter Schauspieler, ihn aber in einer dermassen vorbelasteten Rolle wie John Connor zu sehen, entpuppt sich als schwierig. Bale wirkt eher wie ein Fremdkörper, aber nicht wie eine überzeugende Hauptfigur, die ab jetzt die Reihe tragen soll. Es war deshalb eine willkommene Überraschung, dass gerade Newcomer Sam Worthington ihm in gewisser Weise die Show stahl. Seine Figur, die als Mensch grösstenteils zu einem Roboter „umgebaut“ wurde, war der einzige innovative Aspekt der ganzen Geschichte. Alles andere ist eine Effektschlacht, die über Strecken leider ein bisschen an Transformers erinnert. Ob dieser Film wirklich einmal Potential hatte, bleibt dahingestellt, das Ergebnis ist jedenfalls ernüchternd und kann nicht wirklich überzeugen.

Lediglich die letzten 20 Minuten bringen nochmal ein wenig Schwung in die Sache, wenn den Machern klar wird, dass es keinen Terminator ohne Arnold Schwarzenegger geben kann. Der wurde dann schnell für ein paar Sekunden digital eingefügt. Ein Armutszeugnis, für eine Fortsetzung die sonst nichts Nennenswertes bieten kann. Doch auch das, sollte (leider) noch nicht das Ende sein.

Der Hässliche: Terminator – Genisys

Bild: Paramount Pictures

Leider habe ich keine fünf bis zehn Seiten Zeit, um ausführlich zu schreiben, was an Terminator: Genisys alles schlecht ist. Deshalb muss ich mich ein bisschen kürzer fassen, mit einer etwas persönlichen Aussage: Er ist einfach Scheisse.

Genisys ist das Ergebnis von zwei Faktoren, die schon viele Film-Reihen zerstört haben. Der Erste ist, mit einem bekannten Franchise-Titel noch einmal Geld zu schöpfen. Der Zweite ist, den neuen Teil für ein neues Publikum zu rebooten, um noch mehr Fortsetzungen machen zu können. Somit wird einfach mal alles verworfen, was die Reihe überhaupt ausgemacht hat. Letzteres ist übrigens ein Problem, von dem vor allem Filme mit einer Zeitreise-Thematik betroffen sind.

Was soll hier noch erklärt werden? Arnold Schwarzenegger darf als alter Mann noch einmal mitspielen, inklusive einer logischen Erklärung für sein gealtertes Aussehen. Daenarys Targaryen ist auf einmal Sarah Connor, die in ihre Rolle genauso wenig passt wie Mimik-Minimalist Jay Courtney als Kyle Reese. Der T-1000 ist auf einmal ein Koreaner und John Connor ist der Oberbösewicht, weil er in einen Roboter verwandelt wurde. Die Handlung ist gespickt mit einigen dummen Gags und dem kläglichen Versuch, mit mässigen Action-Szenen über die Langeweile und Inhaltslosigkeit dieses Films hinwegzutäuschen. Terminator Genisys ist nicht nur Öde sondern auch verdammt dreist, da er permanent bemüht ist, sich selbst als Reboot zu rechtfertigen und damit alle bisherigen Teile der Reihe als irrelevant darstellt. Rückblicke, dauerhafte Erklärungen, die Beziehung von Sarah Connor zum T-800 und ein wirklich absurdes Ende machen diesen Film für jeden wahren Terminator-Fan unerträglich. Genisys ist keine Dunkle Bedrohung, kein Spider-man 3 und nicht mal ein Electric Boogaloo. Er ist soweit davon entfernt eine gute Fortsetzung zu sein, wie es nur möglich ist.

Und nun steht der nächste Terminator für den Herbst 2019 an, diesmal mit Linda Hamilton, die nach fast 30 Jahren wieder zu ihrer Rolle als Sarah Connor zurückkehrt. Ob sich der Fan darauf freuen darf, wird sich zeigen. Der erste Lichtblick ist bisher die Ankündigung, dass alle bisherigen Fortsetzungen nach Terminator 2 ignoriert werden sollen. Definitiv eine gute Entscheidung.

Der Trailer zu Terminator: Dark Fate

Terminator: Dark Fate startet in den Schweizer Kinos am 24. Oktober 2019.