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Filme

Secret Obsession – wenn Netflix im Trailer schon zu viel verrät

Warum der Trailer bei Secret Obsession ein Störfaktor ist.

Marc Lemdisch

Veröffentlicht

am

In Secret Obsession erlebt der Zuschauer Brenda Song in der Rolle eines doppelten Opfers. Das klingt nach einer guten Story, doch leider ist die Umsetzung nicht gelungen. Vor allem der Trailer ist dabei der Störfaktor. Doch warum?

Jennifer aus Secret Obsession
Bild: Netflix

Zum spoilerfreien Inhalt

Jennifer Williams wird mitten in der Nacht von einem unheimlichen Unbekannten auf einem Rastplatz verfolgt. Kurz darauf wird sie von einem Auto angefahren und wacht tags darauf mit einem Gedächtnisverlust im Krankenhaus auf. Jennifer erinnert sich an nichts, weder an den Unfall, an ihre Familie noch an ihren Ehemann Russel. Sie beginnt sich jedoch nach und nach zu erholen und kann schon bald nach Hause zurückkehren. Derweil untersucht Detective Frank Page den Unfall von Jennifer.

Russel hingegen versucht Jennifer ihr altes Leben näherzubringen, verwöhnt sie und erklärt ihr alles, was in den letzten Monaten vorgefallen ist. Sie haben geheiratet, Jennifer hat den Job gekündigt, um sich auf die Familie zu kümmern und ihre Eltern sind während eines Unfalls gestorben.

Doch nach und nach entdeckt Jennifer Ungereimtheiten in den Geschichten von Russel sowie in dem grossen Landhaus, dass sie und ihr Göttergatte bewohnen. Vieles kommt ihr unheimlich und fremd vor. Ebenfalls plagen sie Flashback-ähnliche Visionen und Albträume eines Überfalls auf sie und ihren Mann. Auch Frank Page ermittelt in dem Fall und stösst auf eine grausige Entdeckung nach der anderen…

Jennifer und Russel aus Secret Obsession
Jennifer und Russel |Bild: Netflix

Idee gut, Umsetzung schlecht

Als ich auf Beschreibung und Szenenbilder stiess, war ich zuerst sehr neugierig. Ausserdem spielte Brenda Song mit, die ich noch aus der Disney-Channel-Serie Hotel Zack & Cody kannte. Darin mimte sie die arrogante, schusslige und dümmliche Hotelerbin London Tipton. Die Serie um die Streiche-spielenden-Zwillingen gehörte in meiner Kindheit klar zu meinen Favoriten.

Umso überraschter war ich, als ich Song auf dem Filmplakat sah und war gespannt, wie sie einmal einen ernsteren Charakter darstellen würde. Dies gelingt ihr auch erstaunlich gut und sie spielt das Unfallopfer, trotz der eher plumpen Dialoge, glaubwürdig. Mike Vogel, den man aus Serien wie Under the Dome kennt, spielt den geheimnisvollen und ambivalenten Ehemann auf eine ziemlich gerissene und kaltblütige Art.

Unglücklicherweise hat mir bereits der Trailer die Lust auf den Film genommen – er verrät viel zu viel, praktischen den gesamten Plot! Zuerst dachte ich noch, es gäbe eine unerwartete Wendung wie in Sixth Sense oder Shutter Island. Weit gefehlt, dabei hätte die Geschichte durchaus Potenzial, wenn man das Drehbuch ein bisschen umgeschrieben hätte. So ist der Film doch sehr vorausschaubar, dies zumindest für Zuschauer, die das Psychothriller-Genre bestens kennen.

Jennifer aus Secret Obsession
Bild: Netflix

Brenda Song klärt auf

Doch wieso wurde der Twist des Films bereits in der Vorschau verraten? Die Antwort liefert Hauptdarstellerin Song gleich selbst in einem Interview mit dem Online-Magazin Refinery 29.

«Die Zuschauer finden den Twist des Filmes vor meiner Rolle heraus. Das was so besonders an den Nerven zerrt, ist der Umstand, dass das Publikum langsam dabei zusieht wie Jennifer herausfindet, was ihm selbst schon bekannt ist», so Song über die Story.

Dies mag zwar stimmen, allerdings ist die Art und Weise wie Jennifer das Geheimnis von Russel aufdeckt, doch eher plump und unspektakulär inszeniert.

Technisch schön anzusehen

Die Kameraarbeit ist solide und beim Schnitt wurden teilweise Parallelmontagen eingesetzt. Das heisst, dass zwischen zwei Handlungslinien abwechslungsweise hin und her geschnitten wird. Da aber dem Zuschauer schon früh klar ist, was da passiert ist, kann auch eine so schöne Schnitttechnik die Geschichte nicht mehr retten.

Ewas besser ist die Filmmusik geraten, diese klimpert in einem unheimlichen Ton vor sich hin und begleitet die Akteure. Jedoch hat sei kein Ohrwurm-Faktor und kann auch nicht mit den Soundtracks von anderen Thrillern wie Shutter Island oder Inception verglichen werden.

Fazit

Eine gut gemeinte Geschichte über eine Frau, die sich in einem geschickt eingefädelten Lügengebilde zurecht finden muss. Leider haperte es bei der Umsetzung gewaltig. Der Film ist vorausschaubar und bietet nur wenige Highlights. Wer einen stressigen Tag hatte und darum nicht zuviel nachdenken möchte, greift hier in die richtige Schublade. Wer hingegen auf einen spannenden und nervenauftreibenden Thriller hofft, greift jedoch ins Klo.

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Filme

Im Hohen Gras von Stephen King kommt zu Netflix

Die nächste Romanverfilmung von Stephen King ist in greifbarer Nähe

Joël Weber

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am

Bild: Copperheart Entertainment

Autor Stephen King ist mit seinen Romanen momentan allgegenwärtig. Zudem läuft gerade die Verfilmung seines Buches ES Kapitel 2 äusserst erfolgreich im Kino. Jetzt ist ein Trailer zu seiner neuen Buchverfilmung Im Hohen Gras erschienen.

Der Roman Im Hohen Gras erzählt die Geschichte der Geschwister Cal und Becky. Die beiden sind mit dem Auto in einer ländlichen Gegend unterwegs, als sie plötzlich die Hilferufe eines Jungen hören. Anscheinend haben sich das Kind und dessen Mutter in einem hohen Grasfeld nahe einer verlassenen Kirche verirrt. Cal und Becky machen sich auf ins Feld, bemerken aber schnell, dass mit eben jenem etwas nicht stimmt. Das Geschwisterpaar verliert sich nach Sekunden bereits aus den Augen. Ausserdem hören sich ihre Stimmen gegenseitig jeweils manchmal nah, manchmal fern an. So verirren sie sich immer tiefer im hohen Gras, wo nicht nur weitere Personen, sondern auch der Horror schon auf sie wartet.

Ob sich die Verfilmung stark an der Romanvorlage orientiert, oder aber eigene Interpretationen hinzufügt, ist noch unklar. Der Horrorroman wurde von Stephen King, zusammen mit seinem Sohn unter dessen Pseudonym Joe Hill, geschrieben.

Die Verfilmung zu Im Hohen Gras erwartet uns am 4. Oktober 2019 bei Netflix.

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Filme

The Suicide Squad ohne Joker – wer ist beim Reboot alles dabei?

Auf wen dürfen wir uns in The Suicide Squad (2021) alles freuen?

Joël Weber

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Bild: Warner Bros.

Der Film Suicide Squad aus dem Jahr 2016 soll bekanntlich ein Reboot namens The Suicide Squad bekommen. Bisher brodelte es in den Gerüchteküchen, welche Schauspieler für diesen Film verpflichtet werden könnten. Jetzt hat Regisseur James Gunn auf Twitter eine Namensliste veröffentlicht, die scheinbar den gesamten Cast des neuen DC-Films umfasst.

Gemäss James Gunn werden weder Will Smith als Deadshot, noch Jared Leto als Joker zurückkehren. Dafür aber dürfen wir uns erneut auf Margot Robbie als Harley Quinn, Joel Kinnaman als Rick Flag und Jai Courtney als Captain Boomerang freuen. Auch gibt es viele Neuzugänge, wie beispielsweise Taika Waititi, John Cena und James Gunns Bruder Sean Gunn. Ebenfalls neu mit dabei ist Idris Elba. Dieser hat ja bereits im aktuellsten Teil der Fast-and-Furious-Reihe sein Können als Bösewicht unter Beweis gestellt.

Cast The Suicide Squad
Möglicher Cast von The Suicide Squad | Bild: Twitter James Gunn

Regisseur James Gunn schrieb gleichzeitig allerdings, man solle sich nicht zu sehr an diese Namen gewöhnen. Anscheinend könnte sich der Cast noch verändern, möglicherweise werden wir auch nicht alle genannten Schauspieler tatsächlich in The Suicide Squad sehen. Leider müssen wir zudem in nächster Zeit auf Informationen durch Gunn oder DC verzichten, wie der Regisseur selbst verlauten liess. Er werde in Zukunft wohl keine weiteren Details zum kommenden DC-Film veröffentlichen und wolle sich stattdessen darauf konzentrieren, einen tollen Film zu machen. Dazu bleibt weiterhin fraglich, ob der erste Suicide Squad aus dem Jahr 2016 tatsächlich eine Neuauflage, oder aber doch eine Fortsetzung bekommen wird.

The Suicide Squad soll 2021 in die Kinos kommen, ein genaueres Startdatum ist bisher noch nicht bekannt.

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Erneuter Horror in ES Kapitel 2

Ist die Fortsetzung von ES gelungen oder durch die lange Spielzeit doch zu träge?

Joël Weber

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Bild: Warner Bros.

Der Horrorclown Pennywise ist zurück und terrorisiert erneut das Städtchen Derry. Diese Fortsetzung wurde seit Monaten freudig erwartet, aber wie gut ist sie wirklich? Unsere Kritik zu ES Kapitel 2:

Spoilerwarnung: Dieser Artikel enthält Spoiler zu den Filmen ES Teil 1 und Teil 2

Der Club der Verlierer wieder vereint

Als Kinder haben Bill, Ben, Eddie, Richie, Mike und Beverly gemeinsam den mordenden Horrorclown Pennywise zur Strecke gebracht. Doch das Böse ist nicht tot, sondern kehrt 27 Jahre später zurück in das beschauliche Städchen Derry. Während die meisten Mitglieder des Clubs der Verlierer Derry mittlerweile verlassen und die Geschehnisse von damals vergessen haben, ist Mike geblieben und erlebt den Horror erneut. Um seine Heimat und die darin lebenden Kinder zu beschützen, trommelt er den Club der Verlierer erneut zusammen.

So macht sich der Club erneut daran, den Clown zu jagen. Mittels eines alten Rituals soll die böse Kraft, die sich hinter Pennywise verbirgt, gebannt werden. Doch um das Ritual vollenden zu können, benötigen die Verlierer Artefakte, die sie mit ihrer jeweils ersten Begegnung mit Pennywise verbinden. Also tauchen sie in ihre Vergangenheit ein, wo nicht nur der Horrorclown, sondern auch ganz eigene Albträume auf sie warten.

Der Club der Verlierer aus ES Kapitel 2
Der Club der Verlierer erneut vereint | Bild: Warner Bros.

Gute Fortsetzung trotz Vorhersehbarkeiten

ES Kapitel 2 ist eine würdige Fortsetzung des ersten Teils. Allerdings kann sie weder mit ihrer Handlung und Spannung, noch dem Horror vollständig mit ihrem Vorgänger mithalten. Mit dem Aufbau der Handlung haben es sich die Macher relativ einfach gemacht. Die Suche nach den Artefakten durch jeden der Hauptdarstellen eignet sich gut dafür, viele einzelne Horrorszenen zu schaffen. Leider hat dies auch zugleich negative Auswirkungen auf die Spannung. Denn durch die so konstruierten Szenen geht dem Film einiges an möglichen Überraschungsmomenten verloren. Der Zuschauer erkennt jeweils bereits früh, wann sich eine erneute Jumpscare-Szene anbahnt, wodurch diese schlussendlich etwas abgeschwächt wird.

Trotzdem bietet die Story von ES Kapitel 2 aber auch viele Höhepunkte, besonders die Entwicklungen der einzelnen Protagonisten wurden sehr schön erarbeitet. Beim Cast wurde stark darauf geachtet, den ursprünglichen Club der Verlierer glaubwürdig altern zu lassen. Die eingespielten Rückblenden verstärken diese Glaubwürdigkeit zudem und so entsteht insgesamt ein schön anzusehender Look.

Skarsgård ist in ES Kapitel 2 erneut zum Fürchten

Ausserdem kann man ES Kapitel 2, wie bereits seinem Vorgänger, bei der Umsetzung seiner Horrorelemente nichts vormachen. Sowohl die Visual Effects, wie auch die Spezialeffekte sind extrem gut gelungen und vermitteln ein absolut realitätsnahes Bild der Geschehnisse. Bill Skarsgård ist erneut die perfekte Besetzung für die Rolle des Horrorclowns Pennywise, der einem mit seiner Mimik und Stimme einmal erneut in seinen Bann zu ziehen vermag.

Pennywise aus ES Kapitel 2
Pennywise ist zurück | Bild: Warner Bros.

Insgesamt halte ich ES Kapitel 2 für eine durchaus gelungene Fortsetzung. Sie wirkt zu Anfang aufgrund der doch sehr langen Spielzeit und dem Handlungsaufbau etwas träge und weniger unheimlich als der erste Teil. Nach dem Trailer haben wir erst etwas anderes erwartet. Diese Mängel werden aber im weiteren Verlauf der Story grösstenteils behoben. Auch die anfänglichen Probleme des Spannungsaufbaus lösen sich gegen Mitte des Blockbusters zunehmend auf. Das Ende wartet schlussendlich mit einem starken, überraschenden Finale auf.

Ein Highlight stellt klar der Cast dar. Sowohl Bill Skarsgård als auch die anderen Protagonisten, gespielt von Hollywood-Grössen wie beispielsweise James McAvoy und Jessica Chastain passen unglaublich gut in diese Horrorgeschichte von Schriftsteller Stephen King. So bietet ES Kapitel 2 gute Unterhaltung, die sich nicht nur an Fans des Horrorgenres richtet.

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