Seit dem 26. März läuft Pillion in den Kinos. Und das als «DomCom» angekündigte Liebesdrama hat es in sich. Es ist der erste Spielfilme des britischen Regisseurs Harry Lighton und ist mit Alexander Skarsgård prominent besetzt. Als Hauptdarsteller ist Harry Melling (vielen bekannt als Dudley Dursley aus den Harry Potter-Filmen) zu sehen. Am 21. Zurich Film Festival stellten Harry Lighton und Alexander Skarsgård Pillion persönlich vor. Wir haben die beiden zum Interview am Green Carpet getroffen.
Interview mit Hauptdarsteller Alexander Skarsgård
Alexander Skarsgård hat während seiner Karriere in einer Vielzahl von unterschiedlichen Filmen und Serien mitgespielt. Beispielsweise in Legend of Tarzan, The Northmen, Melancholia oder Godzilla vs. King Kong.In der preisgekrönten HBO-Serie Big Little Lies spielte er Perry, den gewalttätigen Ehemann von Celeste (Nicole Kidman). Dafür gab es den Emmy und den Golden Globe für die beste Hauptrolle. Alexander stammt aus der erfolgreichen Schauspielerfamilie Skarsgård. Sein Vater Stellan war zuletzt im oscarprämierten Drama Sentimental Value zu sehen. Alexanders Bruder Bill ist für seine Darstellungen von Horrorfilm-Figuren (Pennywise, Nosferatu) bekannt.

Das ist Pillion
Pillion erzählt die Geschichte des schüchternen Colins, (Harry Melling) der eines Abends in Kontakt mit dem geheimnisvollen und gutaussehenden Ray (Alexander Skarsgård) gerät. Er ist der Anführer einer englischen, queeren Bikergang. Colin möchte eine normale Beziehung führen, stellt aber schnell fest, dass Rad ziemlich dominant sein kann und sich eine Liebesbeziehung auf eine andere Art und Weise wünscht. Es gibt klare Regeln, an die sich Colin sklavisch halten muss. Widersprüche sind nicht gestattet. Ray lebt seine Vorliebe für BSDM aus, in dessen Welt Colin nun stückchenweise eintaucht. Er muss sich nun fragen, ob er Rays Spiele mitspielen will. Zumal er aus einem konservativen Umfeld mit sehr behutsamen Eltern stammt. Und sie wollen den neuen Freund ihres Sohnes unbedingt kennenlernen…
Interview mit Regisseur Harry Lighton
Auch der britische Regisseur Harry Lighton hat sich am Green Carpet Zeit genommen und sich mit uns unterhalten. Für Lighton ist Pillion der erste Spielfilm. Zuvor studierte er englische Literatur und realisierte verschiedene Kurzfilme. Pillion basiert auf dem Roman Box Hill von Adam Mars-Jones. Nach der Uraufführung in Cannes gewann Pillion bei den British Independent Film Awards den Preis für den besten britischen Independentfilm. Lighton erhielt zudem den Preis für das beste Debütdrehbuch. Wir können gespannt sein, was uns der junge Mann als nächstes liefern wird.

Ein ungewöhnliches Liebesdrama
Mit Pillion liefert Harry Lighton ein Liebesdrama, das man so wohl noch nie zuvor gesehen hat – zumindest das breite Kinopublikum. Gleich vorneweg: Der Streifen ist sehr explizit gehalten. Wer mit der Subkultur BSDM, Lack und Leder sowie dominanten Spielen nichts anfangen kann, bleibt dem Kinosaal lieber fern. Der Streifen richtet sich aber auch an ein neugieriges Publikum, das offen für «mutigere» Filme ist, die nicht gerade alltägliche Sexszenen zeigen. Zudem ist er dramaturgisch spannend inszeniert, kurzweilig, wird von Skarsgård und Melling gut getragen und bietet ein Ende für die eigene Interpretation. Eine gelungene Abwechslung, wenn man die generischen Liebesdramen der letzten Jahre kennt. Dieses Ende war es auch, das Alexander Skarsgård beeindruckt hatte, wie er uns im Interview verraten hat.



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