Souheila Yacoub Hunter Doohan Tandi Wright und Maude Davey aus Evil Dead Burn

Evil Dead Burn: Der Teufel tanzt immer auf dem grössten Haufen

Seit heute läuft Evil Dead Burn in den Kinos. Es ist der neueste Teil des durch Horror-Meister Sam Raimi initiierten Franchises. Regie führte der Franzose Sébastien Vaniček, der mit dem Spinnen-Horrorstreifen Infested (Vermines) für Furore gesorgt hatte. Mit der Genferin Souheila Yacoub hat der Film sogar eine Schweizer Beteiligung. Wie brutal ist der Film und wie fügt er sich ins Franchise ein? Das findet ihr hier heraus.

Hinweis: Wir haben anlässlich der Schweizer Premiere am Filmfestival NIFFF Interviews mit Souheila Yacoub und Sébastien Vaniček geführt. Diese werden in Kürze veröffentlicht.

Eine ungemütliche Beerdigung

Nach einem heftigen Streit mit seiner Frau Alice (Souheila Yacoub) kommt Will Price (George Pullar) durch einen mysteriösen Autounfall ums Leben. Bei der anschliessenden Trauerfeier herrscht nicht nur wegen Wills Tod eine bedrückte Stimmung. War die Ehe von Alice und Will etwa gar nicht so, wie es sich die Eltern Susan (Tandi Wright) und Edgar (Erroll Shand) vorgestellt hatten? Wills Bruder Joseph (Hunter Doohan) und dessen Freundin Tyha (Luciane Buchanan) versuchen Trost zu spenden und begleiten Alice auf dem Weg zu dem eher heruntergekommenen Familienanwesen der Prices.

Wills und Josephs Grossvater hatte sich dort zu Lebzeiten intensiv mit Forschung über Dämonen und Okkulten beschäftigt. Dort angekommen, müssen sie feststellen, dass nicht nur die Familie Price, sondern auch ein Dämon am Tisch sitzt und den Besitz von Edgar ergreift. Dieser verwandelt sich in einen sogenannten «Deadite» und beginnt, die Versammelten anzugreifen. Als Alice dann noch die alten Aufzeichnungen von Wills Grossvater entdeckt und zu lesen beginnt, geht der Horror und das Chaos richtig los…

Hunter Doohan als Joseph Evil Dead Burn
Joseph (Wednesday-Star Hunter Doohan) blickt auf die Hochzeit von Alice und Will zurück. | Bild: © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Die Welt von Evil Dead

Für diejenigen, die noch nie von Evil Dead gehört haben, geben wir hier einen kleinen Überblick:

Der Startschuss für das nun mittlerweile 45 Jahre alte Franchise erfolgte 1978, als der junge Filmemacher Sam Raimi mit ein paar Kumpels (u.a. Robert Tapert und Bruce Campbell) einen Kurzfilm namens Within the Woods drehte. Ihr Ziel war es, diesen 32-minütigen Film als Demonstration zu nutzen, um Geld für einen längeren Film bei Investoren zu bekommen. Das gelang ihnen, dank Erfolgen in Autokinos und so wurde 1981 The Evil Dead (Tanz der Teufel) mit Bruce Campbell als Ash veröffentlicht. Dieser erwies sich als finanzieller Erfolg und Raimi drehte Evil Dead 2: Dead by Dawn (Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt). 1992 fand die Originaltrilogie mit Armee der Finsternis ihren Abschluss. Raimi kümmerte sich um andere Projekte, wie der Spider-Man-Trilogie mit Tobey Maguire, The Grudge,  Spartacus oder Drag Met to Hell

2013 inszenierte Fede Álvarez mit Evil Dead ein Remake, Raimi war als Produzent beteiligt. 2015 erschien die Serie Ash vs Evil Dead, die 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films spielt. Bruce Campbell übernahm wieder die Hauptrolle des Ash Williams. Raimi war als Entwickler beteiligt und inszenierte die Pilotepisode. Die Serie endete 2018 nach drei Staffeln. 2023 kam Evil Dead Rise von Lee Cronin in die Kinos. Anders als bei den bisherigen Filmen, spielt sich die Handlung nicht in einer Holzhütte mitten im Wald ab, sondern in einem Hochhaus in Los Angeles. Und nun sind wir bei Evil Dead Burn, der von Sébastien Vanicek inszeniert wurde. Raimi hat ihn persönlich für den Regieposten besetzt, nachdem er dessen Erstlingswerk Infested gesehen hatte. 

Erroll Shand als Edgar aus Evil Dead Burn
Familienvater Edgar wird zum gefährlichen Gegenspieler. | Bild: © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Brutalitäten und viel Blut

Worauf kann man sich beim neuesten Teil freuen? Auf viel Blut, sehr viel Blut. Der Verleiher Sony Pictures hatte den sechsten Teil der Evil Dead-Reihe als den blutigsten und brutalsten Streifen der Reihe angekündigt. Und dieses Prädikat trifft zu. Evil Dead Burn bietet Szenen, die an Blutrünstigkeit und Gemetzel kaum zu überbieten sind. Sie befinden sich etwa auf dem gleichen Horrorlevel wie die Saw– oder die Terrifier-Filme. Auch der Vorgänger, der mit seiner blutigen Fahrstuhlszene an den legendären Moment aus The Shining erinnert, ist ähnlich brutal. Wer daher den neuesten Teil schauen will, muss mit Splatter umgehen können. In der Schweiz ist er daher erst ab 18 Jahren freigegeben. 

Die ersten Evil Dead-Filme enthielten Slapstick-Elemente, die als Kontrast zu den Dämonen- Szenen für den Ausgleich sorgten. Das ist in Evil Dead Burn (wie in allen aus dem neuen Jahrhundert) leider nicht in dem Sinne enthalten. Die Oma namens Polly (Maude Davey) sorgt jedoch mit ihrer Demenz für unfreiwillige Komik und Schmunzeln.

Luciane Buchanan spielt Tyha
Tyha kehrt als Deadite zurück ins Familienanwesen. | Bild: © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Wie fügt sich Evil Dead Burn ins Franchise ein?

Hier lässt sich sagen, dass die Macher hinter dem Franchise an dem Prinzip «Andere Schauplätze» festhalten und dadurch weg von der Holzhütte kommen. Bereits Evil Dead Rise und Armee der Finsternis haben das vorgemacht. Auch das Konzept mit dem Nekronomikon bleibt bestehen. Anders als der Vorgänger von 2023 spielt sich die Handlung nicht in einer Millionenstadt, sondern grössenteils in einem ländlichen Anwesen in einer Art Sumpfgebiet ab. Somit ist es eine Reminiszenz zu den Vorgängern des letzten Jahrhunderts, mit einem dennoch modernen Touch. Dafür sorgen der cleane Look und die modernen, einfallsreichen Kamerafahrten. Und da sind noch die überaus brutalen Kills, die wenig mit den eher gebastelten Schockeffekten der 80er-Jahre-Trilogie zu tun haben. Da hat sich Regisseur Sébastien Vaniček viel einfallen lassen und Evil Dead Burn seinen Stempel draufgedrückt.

Souheila Yacoub als Alice aus Evil Dead Burn
Die Genferin Souheila Yacoub trägt den Film als Hauptdarstellerin Alice. | Bild: © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Mein Fazit zu Evil Dead Burn

Ein überaus blutiger Horrorfilm mit einer tollen Aufmachung und schönen kameratechnischen Spielereien, der sich gut ins Franchise einfügt und es gekonnt weiterführt. Von Sébastien Vaniček dürfen wir noch den einen oder anderen Film erwarten. Wenn man bedenkt, dass die Karrieren von Lee Cronin (The Mummy) und Fede Alvarez (Alien: Romulus) im Horrorkino florieren, dürfte das bei Vaniček auch der Fall sein. 

Das Schauspiel von Souheila Yacoub ist wunderbar. Wie sie uns im Interview erzählt hat, wollte sie ihre Rolle Alice nicht als Superheldin mit einer Waffe anlegen. Vielmehr ist es eine durchschnittliche Frau, die ohne Kampferfahrung mit den Deadites kämpfen muss. Und das ist der Dune-Schauspielerin aus Genf mehr als geglückt.  

Tandi Wright spielt Susann
Noch ahnt Susann nicht, was ihr blüht. | Bild: © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Hat Evil Dead Burn eine Post-Credit-Szene?

Ja, der Film hat sogar zwei! Eine sogenante Mid-Credit-Szene nach dem künstlerischen Abspann und dann noch eine ganz am Schluss, sobald alle Namen und Logos durchgerattert sind. Was sie beinhalten, verraten wir hier nicht, um Spoiler zu verwenden. Ähnlich wie bei den Filmen des MCUs gehören solche Szenen bei diesem Franchise dazu.