Am 2. Oktober 2025 lief das amerikanisch-irische Filmdrama A Big Bold Beautiful Journey in den deutschen Kinos. Der Film kann derzeit bei Anbietern wie Prime Video oder dem Sky Store kostenpflichtig gestreamt werden. In den Hauptrollen ist das Filmdrama des Filmkritikers und Filmemachers Kogonada mit Colin Farrell und Margot Robbie besetzt. In weiteren Rollen sind u. a. Kevin Kline, Phoebe Waller-Bridge, Lily Rabe und Chloe East zu sehen. Als Stimme des GPS-Systems fungiert schliesslich Jodie Turner Smith, deren deutsche Synchronisation Leonie Dubuc übernahm.
Inhaltlich dreht sich A Big Bold Beautiful Journey um ein magisches Auto-Navigationssystem, das zwei zuvor Fremde auf eine abenteuerliche Reise zwischen Vergangenheit und Zukunft bringt. Dabei erzielen beide wertvolle Erkenntnisse. Doch gelingt es dem Film, eine berührende Geschichte mit nachhaltiger Botschaft zu erzählen, oder verliert er sich lediglich in retrospektiven Träumereien mit futuristisch-aufgeladener Symbiose?

«Möchtest du auf eine grosse, gewagte, grandiose Reise gehen?»
Als David zu einer Hochzeit fahren möchte, muss er feststellen, dass sein eigenes Fahrzeug mit einer Parkkralle stillgelegt wurde. Demzufolge mietet er bei einem mysteriösen Autoverleih einen anderen Wagen, der jedoch mit einem aussergewöhnlichen Navigationssystem versehen ist. Auf der Hochzeit angekommen, lernt er die attraktive Sarah kennen, die ebenfalls in seiner Stadt lebt. Während der Rückfahrt wird er schliesslich von der KI-Stimme seines Fahrzeugs gefragt, ob er auf eine grosse, gewagte, grandiose Reise gehen möchte. Nachdem David zustimmt, trifft er an einer Raststätte wieder auf Sarah, die ein Fahrzeug beim gleichen Autoverleih gemietet hat. Nachdem ihr Wagen nicht mehr anspringt, steigt sie bei David ein, um die abenteuerliche Reise fortzusetzen.
Das Navi lotst sie nun zu magischen Türen, die mitten in der Landschaft stehen und sie in die Vergangenheit bringen. Darin werden ihnen Erfahrungen zuteil, die zu einer emotional reifen Entscheidung führen und ihre Zukunft entscheidend prägen werden.

«Schluss mit diesem, wir sind alle nur Staubkörner Gequatsche»
A Big Bold Beautiful Journey stellt dabei vor allem seine beiden Hauptfiguren vollumfänglich in sein emotionales Zentrum. Hierbei braucht das Drama allerdings zu lange, um so richtig in Fahrt zu kommen. Ist dann mal das Fahrtempo erreicht, wird es leider von zu vielen langatmigen Momenten wieder ausgebremst. Da werden philosophisch angewärmte Dialoge aufgegriffen und existenzielle Fragen gestellt, die jedoch selten unmittelbar an die Substanz gehen, sondern lediglich den seichten Auftrag des romantisierenden Films erfüllen. Schauspielerisch harmoniert die Chemie zwischen Colin Farrell sowie Margot Robbie, und das gemeinsame Spiel erscheint zumindest glaubwürdig, wenn beide über die Sinnhaftigkeit ihres Lebens philosophieren. Am stärksten blüht Margot Robbie jedoch in einer sehr kraftvoll-berührenden Szene mit ihrer Mutter auf, die sehr herzenswarm von Lily Rabe verkörpert wird.
Insgesamt ist es allerdings schade, dass dem Film ein paar lebhaftere Reibungspunkte zur Abwechslung fehlen, denn diese hätten dem Mittelteil etwas mehr Dynamik geben können. Visuell findet der Film wiederum ein paar schöne Settings, die das träumerische Ambiente sinnlich unterstützen. Musikalisch plätschert die Musik jedoch etwas belanglos durch die Geschichte und findet – wie die Story – keinen richtigen Anker.

Mein Fazit zu A Big Bold Beautiful Journey
A Big Bold Beautiful Journey versucht augenscheinlich, mit seiner unkonventionellen Geschichte etwas Besonderes zu sein, woran sie jedoch grösstenteils scheitert. Lediglich die Chemie zwischen den Hauptdarstellern sowie einzelne schauspielerische Momente zwischen Robbie und Rabe können emotional mehr punkten. Der Rest verpufft trotz sinnlich-philosophischer Zwischentöne hinter verschlossenen Türen.
Für mich öffnet der Film deshalb 40 von 100 Zugänge!

Hinweis: Auf eine physische Auswertung darf übrigens noch bis Ende 2026 beziehungsweise Frühjahr 2027 gewartet werden. Während Kinoauswertungsfenster und Streaming-Release mittlerweile zunehmend näher zusammenrücken, wird die physische Veröffentlichung bewusst weiter nach hinten verschoben, um die Streaming-Auswertung als exklusive Verwertungsstrategie zu etablieren. Ein aus meiner Sicht unschöner, lediglich wirtschaftlich nachvollziehbarer Branchentrend bei vielen Filmen, die nicht zu den massenwirksamen Blockbustern zählen. Der physische Datenträger fungiert damit nicht mehr als gleichwertige Auswertungsstufe, sondern als nachgelagerte Option mit Eventfaktor, sobald das Streaming seine ökonomische Hauptfunktion erfüllt hat. Womöglich ist dies aber auch die Zukunft, in der Discs in kleiner produzierten Stückzahlen ein vorerst stabiles Weiterleben fristen können!
Über unseren Gastautor
Sandro Biener (Sany 3000) veröffentlicht als Digital Creator auch verschiedene andere Inhalte rund um die Medienwelt. Hier findet ihr seine Profile.


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