Am 6. Februar 2026 erscheint die Krimikomödie Fabian und die mörderische Hochzeit bei Prime Video. Unter der Regie von Markus Sehr versammeln sich im Cast u.a. Bastian Pastewka, Tamara Romera Ginés, Taneshia Abt, Marta Kizyma, Anton Dreger, Barbara Philipp und Ercan Durmaz. Inhaltlich geht es um Hochstapler Fabian, der inmitten seiner Flucht in eine skurrile Hochzeitsgesellschaft gerät und dort in einen mysteriösen Mordfall verwickelt wird. Doch gelingt es dieser Krimikomödie, originelle Akzente zu setzen, oder ist hier ziemlich schnell und belanglos das Messer raus, bevor überhaupt Spannung entstehen kann?

Eine Hochzeit und ein Todesfall
In Fabian und die mörderische Hochzeit stösst der Hochstapler Fabian während seiner Flucht zufällig auf eine Hochzeitsgesellschaft, die zunächst den Eindruck eines herzlichen Familienfests vermittelt. Die Feier wird jedoch auf einmal durch einen Mord überschattet, der die Gemeinschaft aus Gästen, Angehörigen und engen Vertrauten erschüttert. Während Fabian ungewollt in die Ereignisse hineingezogen wird, treten nach und nach verborgene Beziehungen, alte Kränkungen sowie finanzielle und emotionale Abhängigkeiten zutage. Die Ermittlungen führen durch ein dichtes Geflecht aus Lügen und Halbwahrheiten, in dem nahezu jeder Anwesende ein mögliches Motiv verbirgt und die Grenzen zwischen Freundschaft, Liebe und Berechnung zunehmend verschwimmen.

Fabian und die mörderische Hochzeit ist ein Krimi mit zu viel Slapstick
Der Film verliert dabei kaum Zeit und wirft das Publikum früh mitten ins Geschehen. Typische Versatzstücke des Kriminalfilms werden in dieser Komödie immer wieder mit eingestreuten Slapstick unterwandert. Eine leichtmitschwingende Komik tritt hierbei ständig zum Vorschein und sorgt manchmal für Abwechslung im wendungsreichen Geschehen. So richtig spannend und fesselnd ist die gesamte Inszenierung allerdings nie, da die Handlung immer aus einer leicht distanziert-ironisierenden Perspektive betrachtet wird. In manchen Momenten bremst der ins Absurde abdriftende Witz die ohnehin nicht durchgehend zielgerichtete Handlung sogar spürbar aus, während andere Szenen dadurch wiederum an eigenständige Dynamik gewinnen. So pendelt die Krimikomödie zwischen rätselhaftem Krimiplot, absurd-komödiantischen Platzhaltereinschüben und gelegentlich schmunzelnden Dialogpassagen, die so mancher Künstlichkeit der Inszenierung den Tanz erklären.

Zu viele und verwirrende Wendungen schaden der Dramaturgie
Im Vergleich zur offensichtlichen Inspiration Knives Out fehlt es dem Film jedoch an dramaturgischer Konsequenz und einer unmittelbareren Fokussierung auf das Krimigenre. Die vielen Wendungen verwässern ausserdem die Wirkung der Auflösung, die zwar noch interessant hergeleitet wird, aber letztlich den allzu vertrauten Mechanismus des Unscheinbaren bedient. Der Zuschauer wird dabei auch nur stückweise an die eigentliche Wahrheit herangeführt, die auf ihrer Zielgeraden viele irrsinnige Richtungswechsel erfährt, die mehr verwirren als dem Plot eine zuspitzende Facette entgegenzusetzen. Visuell besticht die Kameraarbeit durch eine abgeklärte Souveränität, die für Atmosphäre sorgt. Der klaviergetriebene und klassisch angehauchte Soundtrack bespielt wiederum die leichteren Töne der immer wieder durchscheinenden Komödie.

Schauspielerische Leistung klafft auseinander
Bastian Pastewka verkörpert seine Rolle weitgehend souverän und mit einem leicht humorvollen Touch, der jedoch im gezügelten Rahmen bleibt und seiner Figur nie dem reinen Witz ausliefert. Schauspielerisch kann darüber hinaus ein Teil des weiblichen Casts um u.a. Tamara Romera Ginés und Marta Kizyma überzeugen. Während Ginés eine sowohl authentisch-sympathisierende und später zunehmend gefühlsbetontere Darbietung zeigt, ist es bei Kizyma der Bruch zwischen unterkühlter Distanz und abzurechnender Intensität. Während viele der weiteren Schauspieler verwertbare Leistungen abliefern, sind ein paar der Darbietungen zu hölzern und verkopft geraten, was die Dynamik zwischenzeitlich immer wieder etwas ungelenk erscheinen lässt.

Mein Fazit zu Fabian und die mörderische Hochzeit
Fabian und die mörderische Hochzeit findet zwischen Krimi, banalen Slapstick und besseren komödiantischen Momenten für mich somit nie zu einer fesselnd-mitreissenden Dynamik, mit der andere Murder-Mystery Vertreter brillieren. Ebenso gibt es schauspielerisch Licht, Grautöne und Schatten, denn während ein Teil des Casts emotional glaubwürdig abliefert, ein anderer im Rahmen des Genres noch zufriedenstellend agiert, sind andere Darstellungen deutlich hölzener geraten. Visuell und musikalisch fängt der Film wiederum seine beiden Genres stimmig ein.
Von mir gibt es daher 50 von 100 Statuen!
Über unseren Gastautor
Sandro Biener (Sany 3000) veröffentlicht als Digital Creator auch verschiedene andere Inhalte rund um die Medienwelt. Hier findet ihr seine Profile.


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