John Shaft in Shaft

Kritik: Netflix will uns mit Shaft den neuen Haudrauf-Film von Samuel L. Jackson schmackhaft machen

In den USA ist Shaft Kult. Doch kann er auch bei uns überzeugen?

Netflix bringt eine neue Story um John Shaft raus, diese hat zwar ein paar gute Actionszenen in petto, schwächelt aber beim Handlungsstrang.

Darum geht’s in Shaft

John Shaft (Samuel L. Jackson) jagt als Privatdetektiv die schlimmsten Schurken in New York. Seine Brutalität und die unkonventionellen Ermittlungsmethoden haben vor 25 Jahren zum Bruch mit seiner Familie geführt. Seine Ex-Frau Maya (Regina Hall) hat den gemeinsamen Sohn JJ (Jessie Usher) alleine grossgezogen, den Kontakt zu seinem Vater hat sie bewusst verhindert.

JJ arbeitet nach seinem Studium beim FBI als Data-Analyst, wird aber vom Chef kaum wahrgenommen. Als sein Kindheitsfreund Karim (Avan Jogia) an einer Heroin-Überdosis stirbt, wird er misstrauisch und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Karim hatte vor seinem Tod eine Selbsthilfegruppe gegründet und keine Anzeichen von Rückfälligkeit gezeigt.

Da seine Ermittlungen ziemlich erfolgslos bleiben, sucht er seinen Vater auf und gemeinsam kommen sie Drogenschmugglern auf die Spur. Dabei muss sich der Sohnemann nicht nur die vulgären Sprüche von John anhören, sondern auch dessen brutale Vorgehensweise ertragen. Die Spur führt zum Erzfeind von John, dem skrupellosen Gangsterboss Gordito (Isaach De Bankolé). Nachdem das FBI den beiden nicht glaubt und JJ sogar suspendiert, kommt es zwischen Vater und Sohn zum Bruch.

So beschliesst JJ, mit seiner Kollegin Shasha (Alexandra Shipp) den Fall alleine zu lösen und entdeckt die Wahrheit. Die Ermittlung geht erneut schief und Sasha wird entführt, JJ bleibt nichts Anderes übrig als seinen Vater erneut aufzusuchen. Die beiden holen sich die Unterstützung von Johns Vater, Shaft Senior (Richard Roundtree). Und so ziehen drei Generationen in den Kampf um Gordito für immer das Handwerk zu legen.

3 Generationen in Shaft
Bild: Netflix

Keine neue Geschichte

Der von Tim Story realisierte Film basiert auf der erfolgreichen TV-Serie und auf den beiden Shaft-Filme aus den 70ern. Damals spielte sogar Richard Roundtree die Hauptrolle. Auch 2000 erschien ein Film namens Shaft-noch Fragen? mit Samuel L. Jackson als Protagonist. Der Ende Juni erschienene Streifen basiert auf den bisherigen Produktionen, ist aber keine direkte Fortsetzung.

Shaft greift unter anderem auf die Themen Vater-Sohn-, sowie Generationenkonflikt zurück. Der Film lebt vom dauernden Geplänkel zwischen John und JJ und wird dadurch vorangetrieben. Das Motiv ist nicht neu, so wurde zum Beispiel im 2010 erschienen Film From Paris with Love mit John Travolta und Jonathan Rhys-Meyers ein andauernder Stunk zwischen hartem Cop und bravem Beamten inszeniert.

Samuel L. Jackson spielt den Haudrauf mit grosser Inbrunst, wie man es von seinen bisherigen Filmen gewohnt ist. Auch sein altbekanntes «Motherfucker» kommt nicht zu kurz. Daneben verblassen Regina Hall und Jessie Usher leider ein bisschen. Der Film ist mit Action gespickt und triumphiert mit Schiessereien und Faustkampf-Szenen. Dabei werden auch Zeitlupen-Effekte eingesetzt.

Ansonsten ist der Streifen im zweiten Akt ein bisschen langatmig, der Schluss ist eher zu kurz geraten. Auch hat der hartgesottene Grossvater von JJ eine eher kleine Präsenz, was ich schade fand. Hier hätte man ein bisschen mehr herausholen können. Einige Kritiker monierten sogar, dass man beispielsweise den immer noch andauernden Rassismus in den Staaten hätte thematisieren können, anstatt mit eher flachen und vulgären Witzen aufzufahren. Der Film wurde in den USA zuerst im Kino veröffentlicht und floppte.

Fazit

Ich fand die Produktion eine gute Abwechslung zu den derzeit auf Netfilx omnipräsenten Mystery-Serien und Filmen, mehr aber auch nicht. Zeitlupen-Effekte à la Matrix und Sprüche unter der Gürtellinie sind altbekannt und bieten kaum Neues.

Was im Juli sonst noch neu auf Netflix läuft, findest du in unserer Übersicht.