Die Minions sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Seit sie 2010 die Herzen eroberten, kommen sie alle paar Jahre wieder zurück und begeistern Jung und Alt aufs Neue. Doch werden wir irgendwann Minions müde? Witzigerweise: nein. Anders als bei den Dutzenden Remakes und Spin-offs, die in den letzten Jahren aus dem Boden wuchsen, haben mich die Abenteuer der kleinen gelben Kreaturen nie enttäuscht. Ebenso wenig der neueste Teil Minions & Monster, der am 1. Juli ins Kino kommt.

Die Minions machen Hollywood unsicher
Wie wir schon in den letzten beiden Minions-Filmen erfahren haben, ist der Lebensinhalt der Minions, den grössten Schurken der Welt zu finden und ihm zu dienen. Auch diesmal gehen sie dieser Begierde nach. Als sie in Hollywood die Welt des Films kennenlernen, entfacht die Liebe zum bewegten Bild. Zusammen mit dem Regisseur Max (wunderbar inszeniert von Christoph Waltz) produzieren sie Dutzende Filme, werden Hollywood-Stars und sind massgeblich an den bedeutendsten Werken der 20er-Jahre beteiligt.
Als die Ära der Stummfilme endet, endet auch die Karriere der neuen Schauspiel-Ikonen. Der Wille ist aber nicht bei allen gebrochen. Mit ihrem Drehbuch gehen nämlich drei der Minions auf die Monstersuche, um einen neuen und epischen Film zu verwirklichen. Das Ziel ist klar: ein «Oscar».

Der Humor der Minions geht mit der Zeit und das ist gut so
Minions & Monster begeistert mich auf voller Ebene. Besonders der Umgang mit der Moderne ist ziemlich gelungen. Das Minions-Franchise geht mit der Zeit, jedoch so, dass es nicht aufgezwungen wirkt. Zum Beispiel ein gehörloser Minion. Kommuniziert wird mit Gebärdensprache. Dies zeigt nicht nur Sichtbarkeit für die betroffenen 70 Millionen Menschen, sondern hilft bei der Stigmatisierung von diversen Beeinträchtigungen. Gespickt ist der Film voller Easter Eggs und Anspielungen aus einem Jahrhundert Filmproduktion. Für Filmliebhaber ein reines Paradies, um in Nostalgie zu schwimmen. So haben nicht nur die Kinder etwas zu lachen.

In Minions & Monster harmoniert alles
Von der Musik bis zum CGI und dem finalen Kampf – all das passt gut zusammen und wurde mit viel Liebe gemacht. Illumination schafft es immer wieder, eine so enge Verbundenheit mit den Minions aufzubauen, obwohl man sie eigentlich nicht versteht. Denn das tut man. Die Emotionen und die Körpersprache wurden wieder einmal so gut animiert, dass man vergisst, dass eigentlich niemand die Minions so richtig versteht. Besonders beeindruckend sind die neuen Minions mit (fast) neuen Charakterzügen. Man fiebert sehr schnell mit ihnen mit und hofft, dass sie ihren Schurken finden können.
Beim Soundtrack hat sich Universal Pictures diesmal den DreamWorks-Komponisten John Powell ins Boot geholt. Seine epischen, melodiösen Songs kennt man unter anderem von dem How to Train Your Dragon-Franchise. Unvergesslich wird diese Inszenierung wahrscheinlich nicht sein, jedoch kombiniert er den Vibe der goldenen Filmära mit den heutigen, modernen Klängen und mausert eine schöne Untermalung, die von gemütlich, farbenfroh bis hin zu laut und bedrohlich wechselt.

Die Minions würden auch ohne Schauspieler funktionieren
Pierre Coffin setzt auf den Oscarpreisträger Christoph Waltz, der seine Stimme so gekonnt einsetzen kann. Diesmal aber als sympathischer Begleiter. Als Regisseur Max fungiert er als eine Art Ratgeber, der den Minions zur Seite steht, und dies auf eine niedliche und auch freudige Art tut. Ebenso der neue Freund Goomi, der ihnen die Welt der Monster näherbringt. Das gibt frischen Wind in die gelbe Truppe und sorgt für viel Aufregung. Trotz seiner Niedlichkeit überlässt er den Minions den Raum und sorgt nicht zu oft für Albernheit. Nicht nötig wäre die ungewöhnliche Mensch-Roboter Freundschaft, sie schadet dem Film zwar nicht, gibt aber auch keinen grossartigen Mehrwert. Bis auf wenige skurrile Momente, die beim jüngeren Publikum mit Sicherheit gut ankommt, bleibt dieser Handlungsstrang leider zu blass.

Mein Fazit zu Minions & Monster
Alles in allem ist der Film ein wiederholtes Zeichen, dass Illumination es draufhat. Die Spin-Off Reihe überrascht immer wieder mit neuen Ideen und Geschichten. Vielleicht ist es das, was Minions besser macht als Ich, einfach unverbesserlich. Der Film lebt ohne grossen Text. Es braucht keine Dialoge, keine Sprüche, die witzig sein müssen. Ich, einfach unverbesserlich war so grossartig wegen den Minions und ihrer Art. Dies zeigt doch, dass es in einem Minions-Film eigentlich nicht mal Menschen braucht, damit er gut wird.
Mein Tipp: Um das Kinoerlebnis abzurunden, empfehle ich euch, den Film in IMAX 3D anzuschauen. Gerade bei computeranimierten Szenen kommen die 3D-Effekte besonders zur Geltung. Um am meisten vom Effekt zu profitieren, würde ich in den Reihen 5 bis 6 Platz nehmen.


Kommentar schreiben