Kritik: Im Internet Drogen verkaufen – Netflix zeigt uns wie’s geht

Zwei Jugendliche eröffnen einen Online-Shop für Drogen. Spannend oder nicht?

How To Sell Drugs Online (Fast) – was sich nach der Internetsuche eines Kriminellen anhört, ist tatsächlich eine Netflix-Original-Serie. In der deutschen Produktion begleiten wir einen Nerd, der langsam aber sicher damit beginnt, Drogen im Internet zu verkaufen. Bisher ist dazu eine Staffel mit sechs Episoden erschienen.

Spoilerwarnung: Wer zu dieser Serie komplett spoilerfrei bleiben will, sollte sie sich vor dem Weiterlesen zuerst ansehen.

Drogenhandel aus dem Kinderzimmer

Der Teenager Moritz Zimmermann freut sich darauf, dass seine Freundin nach einem Jahr Auslandsaufenthalt in den USA endlich zu ihm zurückkehrt. Sie jedoch scheint sich stark verändert zu haben und interessiert sich plötzlich weniger für ihn und mehr für den beliebten Schüler Dan. Die folgende, vorübergehende Trennung macht Moritz schwer zu schaffen. Zeitgleich hat er alle Hände voll zu tun für ein Schulprojekt, zusammen mit seinem besten und einzigen Freund Lenny. Gemeinsam möchten sie einen Online-Store für Gaming-Zubehör eröffnen und investieren ganze Nächte für die Programmierung.

Lenny und Moritz aus How To Sell Drugs Online (Fast)
Lenny und Moritz verschicken ihre Ware | Bild: Netflix

Als Moritz aber erfährt, dass sich seine Exfreundin besonders für Dan wegen seiner Verbindungen zu Drogenhändlern zu interessieren scheint, macht er sich selbst auf um die gefährlichen Pillen zu besorgen. Dabei gerät er an den Dealer Buba, dem er anschliessend Geld schuldet. Immer stärker verstricken sich Moritz und Lenny in das kriminelle Geflecht aus Drogenhändlern und Dealern und setzen alles daran, nicht entdeckt zu werden. Den Online-Store für Gaming-Zubehör bauen sie immer weiter zu einem Internet-Drogen-Geschäft aus und ziehen damit nicht nur die Aufmerksamkeit der Polizei, sondern auch die der anderen Drogenhändler auf sich.

Netflix macht in Deutschland vieles richtig

In den letzten Jahren waren deutsche Serien verpönt als «schlecht produziert». Auch wenn sich die Serie nicht mit vergleichbaren amerikanischen Serien wie beispielsweise Breaking Bad messen kann, hat Netflix hier vieles richtig gemacht. How To Sell Drugs Online (Fast) bietet besonders mit der Geschichte viele gute Aspekte: Zwei Nerds, die in die Drogenhändler-Welt abdriften und sich gleichzeitig mit ihren persönlichen Problemen auseinandersetzen müssen. Zusätzlich dazu spricht die Serie aktuelle Begebenheiten wie die unachtsame Nutzung des Internets an und geht auf Themen wie den Datenschutz ein.

Lisa und Dan aus How To Sell Drugs Online (Fast)
Was läuft zwischen Lisa und Dan? | Bild: Netflix

Auch mit dem Cast hat man alles richtig gemacht. Die introvertierte und schüchterne Art des Protagonisten Moritz wird vom Schauspieler Maximilian Mundt sehr überzeugend dargestellt und mit Lena Klenke, die bereits aus Filmen wie Fack Ju Göhte bekannt ist, ist auch die weibliche Hauptrolle einwandfrei besetzt.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, sind die gut eingebauten Visual-Effects-Szenen. Zum Einen ist das Intro dadurch sehr ansprechend, zum Anderen sind auch die Zwischensequenzen visuell schön gemacht. Insgesamt ist die Geschichte etwas vorhersehbar und wie erwähnt darf man von den ersten sechs Folgen keine aufwändige Produktion wie bei einer solch komplexen Story von Breaking Bad erwarten. Trotzdem ist es eine spannende und sehr unterhaltsame Serie. Ob es eine weitere Staffel von How To Sell Drugs Online (Fast) geben wird, ist derzeit unklar. Durch das offene Ende der ersten Staffel ist es aber zumindest denkbar, und ich würde mich darüber freuen.

Hier ist der tolle Trailer:

Alle aktuellen Netflix-Serienstarts findest du übrigens in unserer Monatsübersicht für den Juli 2019.