Timothée Chalamet Wagner Moura Leonardo DiCaprio und Jessie Buckley aus Oscarfilme 2026

Oscarfilme 2026: Wer schnappt sich die Goldstatuetten?

Schon bald werden in Los Angeles die heissbegehrten Oscars verliehen. Filmfans aus aller Welt versammeln sich am Sonntag, dem 15. März vor dem Fernseher und fiebern mit ihren Favoriten mit. Wie wir alle wissen, sind die Oscars für die eine oder andere Überraschung gut. Gerade beim letzten Mal, als die Indie-Produktion Anora ordentlich abgeräumt und andere Favoriten ausgestochen hat. Welche dieser Oscarfilme haben 2026 eine Chance auf das Goldmännchen und wie viele Nominationen haben die Filme erhalten? Das gibts hier zu lesen. Zudem haben wir für euch noch Interviews mit den Machern des Oscar-nominierten Films The Secret Agent und eine Prognose des ZFF-Directors Christian Jungen.

Interview mit ZFF-Direktor Christian Jungen

Im Rahmen der Premiere der Schweizer RomCom Ewigi Liebi haben wir mit dem Direktor des Zurich Film Festivals, Christian Jungen, gesprochen. Er war lange Zeit als Filmkritiker tätig (für die NZZ und das Magazin Frame), hat das ZFF im Jahr 2020 übernommen und ist seit April 2025 Mitglied im Board of Directors bei den Golden Globes. Hier ist seine Prognose für die Kategorien «Bester Film», «Beste Hauptdarstellerin»,« Bester Hauptdarsteller» und «Bester internationaler Film».

Die Oscarfilme 2026 mit den meisten Nominationen

Blood & Sinners

Michael B Jordan Wunmi Mosaku Miles Caton aus Blood & Sinners in Oscarfilme 2026
Bild: ©2025 Warner Bros.

Der düstere Südstaaten-Thriller Blood & Sinners von Ryan Coogler spielt im Mississippi der 1930er-Jahre. Die Zwillingsbrüder Smoke und Stack (Michael B. Jordan in einer Doppelrolle) kehren nach Jahren in ihre Heimat zurück, um einen eigenen Juke Joint zu eröffnen – einen Ort, an dem die afroamerikanische Community Musik, Freiheit und Gemeinschaft feiern kann. Doch schon bald zieht der magische Klang des Blues eine unheimliche Bedrohung an. Vampire erscheinen und versuchen, die aussergewöhnliche Musik des jungen Gitarristen Sammie für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Während die Nacht immer blutiger wird, müssen Smoke, Stack und ihre Freunde um ihr Leben kämpfen. Gleichzeitig wird deutlich, dass hinter dem Kampf gegen die Monster auch ein Konflikt um Kultur, Identität und Ausbeutung steht.

Der in den 1930er-Jahren angesiedelte Vampir-Horrorfilm hat einen Rekord aufgestellt und 16 Nominationen erhalten – soviel wie kein anderer Film zuvor. Auch von Kinofans und Kritiker wurde er im Frühling 2025 sehr positiv aufgenommen. Mit Sicherheit kann Blood & Sinners sich in Kategorien wie Originalmusik (Ludwig Göransson), Originaldrehbuch, Schnitt oder Kamera Hoffnung auf einen Award machen. Michael B. Jordan hat zuletzt einen Actor Award (ehemals SAG-Award) erhalten. Nach Timothée Chalamets Pamphlet gegen die Opernbranche gilt Jordan als der hoffnungsvollste Anwärter auf den Oscar in der Kategorie «Bester Hauptdarsteller».

Allerdings ist die Aussage erst nach dem 6. März viral gegangen und die Stimmen wurden abgegeben. Zudem hat es sich gezeigt, dass die Actor Awards nicht immer ein zuverlässiger Gradmesser für den Oscargewinn waren. Wir erinnern uns: 2025 hat Demi Moore den Hauptdarstellerinnen-SAG-Award gewonnen. Und wer hat ihn ihr bei den Oscars vor der Nase weggeschnappt? Genau, Mikey Madison. Zudem wurde Conclave in einer Kategorie bedacht, welche den «Bester Film»- Sieg heraus sagte. Doch dieser ging bekanntlich an Sean Bakers Anora.

One Battle After Another

Leonardo DiCaprio und Benicio del Toro aus One Battle After Another
Bild: © 2025 Warner Bros.

In Paul Thomas Andersons Politthriller One Battle After Another geraten mehrere Menschen in den Strudel eines eskalierenden Konflikts zwischen radikalen Aktivisten, politischen Machtgruppen und staatlichen Sicherheitsorganen. Im Mittelpunkt steht der desillusionierte Bob (Leonardo DiCaprio), der sich einer Untergrundbewegung anschliesst, die gegen ein zunehmend autoritäres System kämpft. Während Proteste, Attentate und geheime Operationen das Land erschüttern, verschwimmen die Grenzen zwischen Idealismus, persönlicher Rache und politischer Manipulation. Verschiedene Figuren – Aktivisten, Militärs und Zivilisten – verfolgen ihre eigenen Ziele, während die Lage immer unübersichtlicher wird. Am Ende zeigt sich, dass jede gewonnene Schlacht nur den Auftakt zu einer neuen ist und der Kreislauf aus Gewalt und Machtspielen kaum zu durchbrechen scheint.

One Battle After Another gilt mit seinen 13 Nominationen als Abräumer des Abends. Unter anderem aufgrund seiner politischen Themen. Insbesondere Paul Thomas Anderson dürfte seinen ersten Oscar als bester Regisseur in Empfang nehmen. Gerade Anfang Februar hat er den Directors Guild Award (Gewerkschaft der US-Regisseure) erhalten. Dieser Preis gilt als ein relativ zuverlässiger Gradmesser für die Oscars. Sean Penn hat derweil bei den Actors Awards und den BAFTA-Awards den Nebendarsteller-Preis bekommen. Stellan Skarsgård gilt als sein Hauptkonkurrent in dieser Kategorie und dürfte auch eine realistische Chance haben.

Frankenstein

Jacob Elordi und Mia Goth aus Frankenstein
Bild: © Netflix, Inc.

Die neue Verfilmung von Guillermo del Toro erzählt Mary Shelleys bekannte Geschichte des Wissenschaftlers Victor Frankenstein (Oscar Isaac). Er ist besessen davon, die Grenzen zwischen Leben und Tod zu überwinden. In seinem Labor erschafft er aus verschiedenen Körperteilen ein künstliches Wesen und erweckt es mit einem gewagten Experiment zum Leben. Doch anstatt Ruhm zu ernten, erkennt Victor schnell die fatalen Folgen seines Handelns. Die Kreatur (Jacob Elordi), von der Gesellschaft ausgestossen und von ihrem Schöpfer im Stich gelassen, entwickelt Wut und Verzweiflung. Auf der Suche nach Anerkennung und einem Platz in der Welt beginnt das Wesen, sich gegen seinen Schöpfer zu wenden und verfolgt ihn bis ans Ende der Welt…

Del Toros neuster Film hat sich 9 Nominationen gesichert. Doch wie aussichtsreich sind seine Chancen? Für die Hauptkategorien sehr gering.  Am ehesten dürfte das Kreativteam in den Kategorien Kostümdesign, Set-Design oder Make-up auf einen Oscar hoffen. Der The Shape of Water-Macher setzt bekanntlich auf aufwändige reale Sets und wurde in der Vergangenheit dafür belohnt. In den anderen Kategorien ist die Konkurrenz ist schlicht zu gross und die Geschichte zu wenig innovativ. Elordi wurde als bester Hauptdarsteller nominiert und wurde dafür bei den Online Film & Television Association Awards, den Saturn-Awards und den Critics Choice-Awards ausgezeichnet. Bei den Oscars dürfte er mit Sicherheit leer ausgehen.  Auch da ist die Konkurrenz zu gross und Elordi kann mehr, als mit einem derart zugekleisterten Gesicht zu spielen. Während Brendan Frasers Make-up in The Whale eine grosse Emotionalität zuliess, ist es bei Elordi eher eine zu grosse Effekthascherei.

Marty Supreme

Timothée Chalamet aus Marty Supreme Oscarfilme 2026
Bild: © A24 / © 2025 Ascot Elite Entertainment

Josh Safdies Drama Marty Supreme folgt dem exzentrischen und ehrgeizigen Tischtennis-Spieler Marty Mauser, der in den 50er-Jahren davon träumt, in der internationalen Szene ganz nach oben zu gelangen. Mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen und sehr zweifelhaften Methoden kämpft sich der notorische Lügner sich aus einfachen Verhältnissen in die Welt des Profisports. Doch je grösser sein Erfolg wird, desto stärker gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Zwischen Triumph, Selbstzweifeln und persönlicher Obsession entwickelt sich eine Geschichte über Ehrgeiz, Identität und den Preis des Erfolgs in einer Welt, in der Sieger und Verlierer nur Sekunden voneinander trennen.  Auf dem Weg zu der nächsten Weltmeisterschaft hinterlässt er eine Spur der Verwüstung und bringt sich und sein Umfeld in Gefahr.

9 Nominationen hat Marty Supreme für sich verbuchen können. Hinter dem Film steckt das erfolgreiche Indie-Filmstudio A24, welches mit Everything Everywhere All at Once 2022 bei den Oscars abgeräumt hatte. Dieses Mal dürfte der grossen Preissegen aufgrund der starken Konkurrenz ausbleiben. Am ehesten dürfte es in den Kategorien Kamera und Schnitt Preise geben. Hauptdarsteller Timothée Chalamet hat auch durchaus realistische Chancen auf den Oscar. Wenn da nicht Wagner Moura (The Secret Agent) und Michael B. Jordan (Blood & Sinners) wären.

In der Hauptdarsteller-Kategorie wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Obwohl Chalamet alles aus der Rolle herausholt, dürfte es vielleicht diese unsympathische und keinesfalls bemitleidenswerte Figur sein, die bei der Jury auf taube Ohren stössen konnte. Der Film wurde mit einer aggressiven Marketingkampagne für die Kinos beworben und hat 150 Millionen Dollar eingespielt. Da Marty Supreme ein Budget zwischen 60 und 70 Millionen hat, hat es für A24 eh schon gelohnt. Es ist der teuerste und gleichzeitig erfolgreichste Film des Studios. 

The Secret Agent-Star Wagner Moura hat gute Chancen für den Hauptdarsteller-Oscar.

Sentimental Value

Stellan Skarsgård und Elle Fanning in Sentimental Value in Oscarfilme 2026
Bild: Studiocanal / Frenetic Films / Plaion Pictures

Im Drama Sentimental Value kehrt eine junge Frau nach vielen Jahren in ihre Heimatstadt zurück, nachdem ihr Vater gestorben ist. Während sie versucht, den Nachlass zu ordnen, stösst sie auf Erinnerungsstücke, Briefe und alte Filmaufnahmen, die ein völlig neues Licht auf ihre Familie werfen. Besonders die komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter und zu ihrer Schwester rückt dabei in den Mittelpunkt. Alte Konflikte brechen wieder auf, während gleichzeitig verdrängte Gefühle und lange verborgene Geheimnisse ans Licht kommen. In Gesprächen und Konfrontationen beginnen die Familienmitglieder, ihre gemeinsame Vergangenheit neu zu betrachten. 

Joachim Triers neuester Film hat ebenfalls 9 Nominationen erhalten. Abgeräumt hat der Streifen in Cannes (Grossen Preis der Jury), bei den European Film Awards (6 Preise) und bei den Baftas (Internationaler Film). Neben The Secret Agent gilt er als Favorit in der Oscar-Kategorie «Bester internationaler Film». Eventuell könnte es auch eine Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch geben. Stellan Skarsgård hat zudem sehr aussichtsreiche Chancen auf den Hauptdarsteller-Oscar. Dies, da er in dieser Kategorie auch bei den Golden Globes gewonnen hat und bis jetzt noch keinen Academy-Award besitzt. Sean Penn, sein Hauptkonkurrent, hat bereits zwei davon im Regal stehen.

Hamnet

Jessie Buckley als Agnes in Hamnet
Bild: © 2025 Focus Features / Universal Pictures

Hamnet basiert auf dem gleichnamigen Roman von Maggie O’Farrell und erzählt die bewegende Geschichte der Familie von William Shakespeare (Paul Mescal) im England des 16. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht seine Frau Agnes (Jessie Buckley), die sich um das Leben auf dem Land kümmert, während ihr Mann in London als Dramatiker arbeitet. Als ihr Sohn Hamnet plötzlich erkrankt und stirbt, zerbricht das bisherige Familienleben. Agnes muss lernen, mit ihrer Trauer umzugehen, während Shakespeare versucht, seine Gefühle in seine Arbeit zu legen. Der Verlust ihres Kindes verändert die Familie für immer. 

Der neueste Film von Nomadland-Regisseurin Chloé Zhao hat 8 Nominationen erhalten. Als Produzenten hat sie sich auch Sam Mendes und Regie-Legende Steven Spielberg ins Boot geholt. Bei den bisherigen Preisverleihungen konnte Jessie Buckley jeweils den Award für die beste Nebendarstellerin in Empfang nehmen. Bei den Globes gab es zudem die Auszeichnung für das beste Drama. Somit gilt Buckley gilt als die gesicherte Gewinnerin in der Kategorie «Beste Hauptdarstellerin».

Diese Oscarfilme 2026  haben ebenfalls Chancen…

4 Nominationen

  • Bugonia
  • The Secret Agent
  • F1
  • Train Dreams
Hält The Secret Agent-Regisseur Kleber Mendonça Filho schon bald den Oscar für den besten internationalen Film in den Händen?

2 Nominationen

  • Avatar: Fire and Ash
  • Blue Moon
  • Ein einfacher Unfall
  • KPop Demon Hunters
  • Sirāt