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Deadpool in der weichgespühlten Weihnachtsedition: So ist «Es war einmal ein Deadpool»

Wie gut kann Deadpool ab 12 Jahren sein?

Peejay Eisenheim

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am

Deadpool ist ab 16 Jahren und das ist auch gut so. Schon vor dem Erscheinen des ersten Teils hatte sich Ryan Reynolds heftig gegen eine FSK-12-Freigabe gewehrt. Schlussendlich konnte er sich durchsetzen, wofür wir wirklich dankbar sein sollten. Wie lahm nämlich ein Deadpool-Film ab 12 Jahren geworden wäre, zeigt die Weihnachtsedition des zweiten Teils: Es war einmal ein Deadpool.

Warum Es war einmal ein Deadpool überhaupt existiert, wissen wohl nur wenige. Naheliegend scheint, dass Disney, welche ja 20th Century Fox übernommen haben, Deadpool nun etwas familienfreundlicher haben wollten. Da kann man wohl nur spekulieren.

Neue Szenen, aber nicht mehr

Der Film wirbt damit, dass es etwa 15 Minuten an neuen Szenen gibt. Das stimmt zwar, aber beschränken sich diese hauptsächlich auf eine Diskussion zwischen Deadpool und einem gekidnappten Schauspieler, der bei uns so wenig bekannt ist, dass ich seinen Namen schon wieder vergessen habe. In den USA ist er aber wohl als Kinderstar bekannt und weil seine Karriere später relativ Skandal-frei war, kennt man ihn hier wohl nicht.

Es war einmal ein Deadpool Review
Ich hab’s gegoogelt. Er heisst Fred Savage. | Bild: 20th Century Fox

Wie auch immer. Jedenfalls sind diese zusätzlichen Szenen in Form von Wortgefechten durchaus witzig. Eine Special-Edition für Deadpool 2 rechtfertigen sie aber nicht. Vor allem auch, wenn man sich den Rest des Films anschaut. Viele Szenen mussten derart stark gekürzt werden, dass schlicht der ganze Witz verloren ging. Oftmals merkt man auch, dass der Film überhaupt nicht so gedreht wurde, um damit eine Freigabe ab 12 Jahren zu erreichen. Denn gewisse Szenen ergeben in Es war einmal ein Deadpool schon fast keinen Sinn mehr, weil man einfach zu viel wegschneiden musste.

Es war einmal ein Deadpool Review
Bild: 20th Century Fox

Ein Beispiel ist, als Juggernaut Deadpool packt, hochhebt und in zwei Hälften reisst. Ziemlich brutal und blutig. Logisch, dass sowas nicht kindertauglich ist und raus muss. Das führte dann zu einer Szene, in welcher man sieht, wie Juggernaut anfängt, Deadpool auseinanderzuziehen und schon im nächsten Moment liegt der Antiheld ohne Beine am Boden.

Ich meine diese Szene hier:

Klar, aus dem Kontext lässt sich die Szene rekonstruieren und allen dürfte klar werden, was gerade passiert sein muss. Dennoch könnte der eine oder andere Zuschauer einen Moment verwirrt sein, wenn er diese Szene sieht.

Lohnt sich der Film also nicht?

Nein. Warum auch? Deadpool 2 ist für FSK 16 gedreht und macht einfach so am meisten Spass. Ausserdem wurden für die weichgespülte Edition alle guten Zusatzgags bereits im Trailer verbraten. Die Weihnachtsvariante schaut man sich höchstens mal aus Neugierde an, aber bitte gebt kein Geld dafür aus.

Wenn du dir den Trailer trotzdem angucken willst:

1 Kommentar

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  1. Pingback: Review: Hellboy: Call of Darkness ist schlimmer als ein Höllenfeuer

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Im Hohen Gras von Stephen King kommt zu Netflix

Die nächste Romanverfilmung von Stephen King ist in greifbarer Nähe

Joël Weber

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am

Bild: Copperheart Entertainment

Autor Stephen King ist mit seinen Romanen momentan allgegenwärtig. Zudem läuft gerade die Verfilmung seines Buches ES Kapitel 2 äusserst erfolgreich im Kino. Jetzt ist ein Trailer zu seiner neuen Buchverfilmung Im Hohen Gras erschienen.

Der Roman Im Hohen Gras erzählt die Geschichte der Geschwister Cal und Becky. Die beiden sind mit dem Auto in einer ländlichen Gegend unterwegs, als sie plötzlich die Hilferufe eines Jungen hören. Anscheinend haben sich das Kind und dessen Mutter in einem hohen Grasfeld nahe einer verlassenen Kirche verirrt. Cal und Becky machen sich auf ins Feld, bemerken aber schnell, dass mit eben jenem etwas nicht stimmt. Das Geschwisterpaar verliert sich nach Sekunden bereits aus den Augen. Ausserdem hören sich ihre Stimmen gegenseitig jeweils manchmal nah, manchmal fern an. So verirren sie sich immer tiefer im hohen Gras, wo nicht nur weitere Personen, sondern auch der Horror schon auf sie wartet.

Ob sich die Verfilmung stark an der Romanvorlage orientiert, oder aber eigene Interpretationen hinzufügt, ist noch unklar. Der Horrorroman wurde von Stephen King, zusammen mit seinem Sohn unter dessen Pseudonym Joe Hill, geschrieben.

Die Verfilmung zu Im Hohen Gras erwartet uns am 4. Oktober 2019 bei Netflix.

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The Suicide Squad ohne Joker – wer ist beim Reboot alles dabei?

Auf wen dürfen wir uns in The Suicide Squad (2021) alles freuen?

Joël Weber

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Bild: Warner Bros.

Der Film Suicide Squad aus dem Jahr 2016 soll bekanntlich ein Reboot namens The Suicide Squad bekommen. Bisher brodelte es in den Gerüchteküchen, welche Schauspieler für diesen Film verpflichtet werden könnten. Jetzt hat Regisseur James Gunn auf Twitter eine Namensliste veröffentlicht, die scheinbar den gesamten Cast des neuen DC-Films umfasst.

Gemäss James Gunn werden weder Will Smith als Deadshot, noch Jared Leto als Joker zurückkehren. Dafür aber dürfen wir uns erneut auf Margot Robbie als Harley Quinn, Joel Kinnaman als Rick Flag und Jai Courtney als Captain Boomerang freuen. Auch gibt es viele Neuzugänge, wie beispielsweise Taika Waititi, John Cena und James Gunns Bruder Sean Gunn. Ebenfalls neu mit dabei ist Idris Elba. Dieser hat ja bereits im aktuellsten Teil der Fast-and-Furious-Reihe sein Können als Bösewicht unter Beweis gestellt.

Cast The Suicide Squad
Möglicher Cast von The Suicide Squad | Bild: Twitter James Gunn

Regisseur James Gunn schrieb gleichzeitig allerdings, man solle sich nicht zu sehr an diese Namen gewöhnen. Anscheinend könnte sich der Cast noch verändern, möglicherweise werden wir auch nicht alle genannten Schauspieler tatsächlich in The Suicide Squad sehen. Leider müssen wir zudem in nächster Zeit auf Informationen durch Gunn oder DC verzichten, wie der Regisseur selbst verlauten liess. Er werde in Zukunft wohl keine weiteren Details zum kommenden DC-Film veröffentlichen und wolle sich stattdessen darauf konzentrieren, einen tollen Film zu machen. Dazu bleibt weiterhin fraglich, ob der erste Suicide Squad aus dem Jahr 2016 tatsächlich eine Neuauflage, oder aber doch eine Fortsetzung bekommen wird.

The Suicide Squad soll 2021 in die Kinos kommen, ein genaueres Startdatum ist bisher noch nicht bekannt.

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Erneuter Horror in ES Kapitel 2

Ist die Fortsetzung von ES gelungen oder durch die lange Spielzeit doch zu träge?

Joël Weber

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Bild: Warner Bros.

Der Horrorclown Pennywise ist zurück und terrorisiert erneut das Städtchen Derry. Diese Fortsetzung wurde seit Monaten freudig erwartet, aber wie gut ist sie wirklich? Unsere Kritik zu ES Kapitel 2:

Spoilerwarnung: Dieser Artikel enthält Spoiler zu den Filmen ES Teil 1 und Teil 2

Der Club der Verlierer wieder vereint

Als Kinder haben Bill, Ben, Eddie, Richie, Mike und Beverly gemeinsam den mordenden Horrorclown Pennywise zur Strecke gebracht. Doch das Böse ist nicht tot, sondern kehrt 27 Jahre später zurück in das beschauliche Städchen Derry. Während die meisten Mitglieder des Clubs der Verlierer Derry mittlerweile verlassen und die Geschehnisse von damals vergessen haben, ist Mike geblieben und erlebt den Horror erneut. Um seine Heimat und die darin lebenden Kinder zu beschützen, trommelt er den Club der Verlierer erneut zusammen.

So macht sich der Club erneut daran, den Clown zu jagen. Mittels eines alten Rituals soll die böse Kraft, die sich hinter Pennywise verbirgt, gebannt werden. Doch um das Ritual vollenden zu können, benötigen die Verlierer Artefakte, die sie mit ihrer jeweils ersten Begegnung mit Pennywise verbinden. Also tauchen sie in ihre Vergangenheit ein, wo nicht nur der Horrorclown, sondern auch ganz eigene Albträume auf sie warten.

Der Club der Verlierer aus ES Kapitel 2
Der Club der Verlierer erneut vereint | Bild: Warner Bros.

Gute Fortsetzung trotz Vorhersehbarkeiten

ES Kapitel 2 ist eine würdige Fortsetzung des ersten Teils. Allerdings kann sie weder mit ihrer Handlung und Spannung, noch dem Horror vollständig mit ihrem Vorgänger mithalten. Mit dem Aufbau der Handlung haben es sich die Macher relativ einfach gemacht. Die Suche nach den Artefakten durch jeden der Hauptdarstellen eignet sich gut dafür, viele einzelne Horrorszenen zu schaffen. Leider hat dies auch zugleich negative Auswirkungen auf die Spannung. Denn durch die so konstruierten Szenen geht dem Film einiges an möglichen Überraschungsmomenten verloren. Der Zuschauer erkennt jeweils bereits früh, wann sich eine erneute Jumpscare-Szene anbahnt, wodurch diese schlussendlich etwas abgeschwächt wird.

Trotzdem bietet die Story von ES Kapitel 2 aber auch viele Höhepunkte, besonders die Entwicklungen der einzelnen Protagonisten wurden sehr schön erarbeitet. Beim Cast wurde stark darauf geachtet, den ursprünglichen Club der Verlierer glaubwürdig altern zu lassen. Die eingespielten Rückblenden verstärken diese Glaubwürdigkeit zudem und so entsteht insgesamt ein schön anzusehender Look.

Skarsgård ist in ES Kapitel 2 erneut zum Fürchten

Ausserdem kann man ES Kapitel 2, wie bereits seinem Vorgänger, bei der Umsetzung seiner Horrorelemente nichts vormachen. Sowohl die Visual Effects, wie auch die Spezialeffekte sind extrem gut gelungen und vermitteln ein absolut realitätsnahes Bild der Geschehnisse. Bill Skarsgård ist erneut die perfekte Besetzung für die Rolle des Horrorclowns Pennywise, der einem mit seiner Mimik und Stimme einmal erneut in seinen Bann zu ziehen vermag.

Pennywise aus ES Kapitel 2
Pennywise ist zurück | Bild: Warner Bros.

Insgesamt halte ich ES Kapitel 2 für eine durchaus gelungene Fortsetzung. Sie wirkt zu Anfang aufgrund der doch sehr langen Spielzeit und dem Handlungsaufbau etwas träge und weniger unheimlich als der erste Teil. Nach dem Trailer haben wir erst etwas anderes erwartet. Diese Mängel werden aber im weiteren Verlauf der Story grösstenteils behoben. Auch die anfänglichen Probleme des Spannungsaufbaus lösen sich gegen Mitte des Blockbusters zunehmend auf. Das Ende wartet schlussendlich mit einem starken, überraschenden Finale auf.

Ein Highlight stellt klar der Cast dar. Sowohl Bill Skarsgård als auch die anderen Protagonisten, gespielt von Hollywood-Grössen wie beispielsweise James McAvoy und Jessica Chastain passen unglaublich gut in diese Horrorgeschichte von Schriftsteller Stephen King. So bietet ES Kapitel 2 gute Unterhaltung, die sich nicht nur an Fans des Horrorgenres richtet.

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