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Die 3. Staffel von Haus des Geldes ist da – und ich bin begeistert

Die besten Diebe Spaniens sind zurück – und sie sind wütend.

Joël Weber

Veröffentlicht

am

Bild: Netflix

Seit dem 19. Juli ist auf Netflix die dritte Staffel der spanischen Erfolgsserie Haus des Geldes verfügbar. Darin treffen wir erneut auf den Professor und seine Verbrecherbande.

Spoilerwarnung: Dieser Artikel enthält leichte Spoiler zur Serie.

Diebe auf Befreiungsmission

Zwei Jahre sind seit dem Überfall auf die Banknotendruckerei vergangen. Die überlebenden Verbrecher verstecken sich auf der halben Welt paarweise vor der Polizei und geniessen ihren erbeuteten Reichtum. Auch Tokio und Rio haben eine wundervolle Zeit auf einer paradiesischen Insel. Doch Tokio kann mit dieser Ruhe nicht mehr umgehen und trennt sich deshalb von Rio, um das Inselleben gegen die Abenteuer einer Grossstadt zu tauschen.

Die beiden bleiben in Kontakt, sind jedoch zu unvorsichtig und so wird Rio schliesslich gefangen. In ihrer Verzweiflung wendet sich Tokio an den Professor, der seinerseits zusammen mit der ehemaligen Inspectora Raquel Murillo in Thailand lebt.

Dali-Masken aus Haus des Geldes
Die Masken sind zurück | Bild: Netflix

Rios Befreiung hat ab jetzt oberste Priorität und das Team wird erneut zusammengerufen. Gemeinsam beginnen sie, einen neuen Plan des Professors durchzuziehen, den er vor Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Berlin entwickelt hat. Ihr neues Ziel ist die Staatsbank von Spanien, doch diesmal geht es den Dieben nicht nur um das Geld. Denn in der Bank verbirgt sich ein weitaus wichtigeres Druckmittel, das ihnen den entscheidenden Vorteil für Rios Befreiung verschaffen kann. Doch das Team rund um den Professor bekommt es mit einer starken und brutalen Gegenspielerin zu tun, für die der Tod der Verbrecher das oberste Ziel zu sein scheint.

Tolle Fortsetzung mit erweitertem Cast

Erneut bietet Haus des Geldes mit seiner dritten Staffel ein wahres Feuerwerk an Action und Spannung. Die neue Staffel unterscheidet sich zwar storymässig nicht grossartig von den zwei vorherigen, trumpft aber dennoch auf. Der Cast der Diebe wurde um einige neue Charaktere erweitert, allen voran sind der Schweisser Bogota und der eiskalte Stratege Palermo neu dabei. Inspectora Murillo, die sich ebenfalls einen Städtenamen als Decknamen ausgesucht hat, erweist sich nun auch als wertvolles Mitglied der Gruppe und die ehemalige Geisel Monica entpuppt sich unter ihrem Decknamen Stockholm als ausgezeichnete Bankräuberin.

Bogota aus Haus des Geldes
Bogota geht auf Tauchstation | Bild: Netflix

Die erwähnte Spannung steigert sich während den acht Folgen zunehmend und endet mit einem starken Ende. Besonders gefallen haben mir aber die Rückblenden, die meist die Entwicklung dieses neuen Plans durch den Professor, Berlin und Palermo näher beleuchten. Dadurch wird die Story sehr vielschichtig, auch erhalten nun noch mehr der Charaktere eine Hintergrundgeschichte.

Haus des Geldes war für mich eine der grossartigsten Serien-Entdeckungen in jüngster Zeit und auch die dritte Staffel konnte meinem Anspruch absolut gerecht werden. Erneut bekommen wir eine unglaublich gute Geschichte rund um das Team der Bankräuber. Auf Durststrecken, wie sie einige Male in den ersten beiden Staffeln vorgekommen sind, wartet man nun vergebens. Eine wahrhaft tolle Fortsetzungen, die für alle Fans absolute Pflicht ist.

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Serien

Uhrenvergleich! Es ist Zeit für Parker Lewis – der Coole von der Schule

Es gab wohl kaum eine TV-Serie, die so viel 90er-Jahre-Flair ausstrahlte wie diese. Sie war wie ein schräges Musik-Video aus der MTV-Generation. Bunt, laut, schrill. Und unglaublich komisch.

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Parker Lewis TV Serie

Parker Lewis, Mikey Randall und Jerry Steiner stellten sich mit ihren lockerflockigen Sprüchen und richtig cooler Coolness dem Wahnsinnsalltag in der Schule. Immer wieder musste das dynamische Trio einen besonders raffinierten Plan aushecken, um sich aus total verfahrenen und teilweise total absurden Situationen zu retten.

Parker Lewis TV Serie
Bild: Sony/Columbia TriStar

Ja, mit Realismus hatte dies nicht viel zu tun, aber ich habe jede einzelne Folge aufgesogen. Und ganz herrlich: Schon damals wurden Produkte aus der noch jungen Populärkultur liebevoll zitiert.

«Gar kein Problem!»

Der sehr, sehr selbstbewusste Parker trug sehr, sehr gerne äusserst schrille Hawaiihemden, hatte die Haare schön und stets einen lockeren Spruch auf Lager. Sein Jugendzimmer war der Traum vieler 90er-Jahre-Kids. Was dort alles so rumlag und rumstand. Ich wollte am liebsten dort einziehen. Und dann hatte er diese coolen Eltern. Die besassen eine eigene Videothek, Mondo-Video. Herrlich.

«Coole Sache, Parker!»

Und wer wollte nicht auch einen Kumpel wie Mikey haben? Der ewig gechillte Musiker, der immer eine Frau am Start hatte und dennoch die Hilfe seiner Kumpels brauchte, um sich aus misslichen Situationen zu befreien. Ein Rebell, ein kleiner Querschläger aber immer das Herz am richtigen Fleck.

«Eeek!»

Und wer wollte nicht auch so einen Allzweck-Mantel wie den von Jerry haben? Da war alles drin. Alles! Drucker, Handstaubsauger, Videokassetten. Einfach alles! Er war der erste Geek überhaupt im Fernsehen und präsentierte das Nerd-Dasein bevor es überhaupt existierte. Und er war wohl der erste Videospielsüchtige in der TV-Landschaft.

Parker Lewis TV Serie
Bild: Sony/Columbia TriStar

Aber es gab da noch viel mehr illustre und liebevolle Figuren:

Daumen hoch für die Musso. Regelmässig liess Grace Musso, die tyrannische Schuldirektorin, die drei Jungs nachsitzen. Und wenn sie wiedermal ausrastete, ging ihr Daumen blitzschnell hoch und die Scheibe ihrer Bürotür zerbrach. Cool.

Mussos rechte Hand, das Ekelpaket Frank Lemmer, war ein klassischer Stiefellecker. Ein Sidekick des Bösen. Ein Grufti der 90er-Jahre, der auch einfach nur Freunde suchte, aber halt keine fand. Was für ein Opfer.

Bild: Sony/Columbia TriStar

Ein Ekelpaket war auch Shelly, Parkers jüngere Schwester, die einfach immer nur nervte, aber doch auch eine Seele besass. Aber kaum hatte man sie in sein Herz geschlossen, ging sie einem wieder nur auf den Sack. Dumme Kuh.

Und was habe ich den Larry Kubiac gefeiert. Dieser liebenswerte Hüne, der Schulschläger, der aber einfach nur essen wollte. Er war der heimliche Star in der Serie. Er war wie ein Wookie. Ein grummeliger Riese, der halt nur mit seinem Magen dachte. „Essen, jetzt!“

Und ach, Annie Sloan, die süsse Maus. Ja, auch ich war bisschen in sie verliebt. War die nicht süss? Jeder wollte sie haben und alle waren wir eifersüchtig auf Parker, der sie schliesslich auch abbekam. Respekt, Sir!

Die Irrungen und Wirrungen in der Liebe wurden noch präsenter. Das kuschelige Diner wurde mehr zum Ort der Geschehnisse. Die Serie machte eine Entwicklung durch, die nicht allen gefiel. Doch ich fand die Neuausrichtung, die zwar weniger bunt und weniger laut daherkam, dennoch spannend und wollte auch so ein cooles Diner um die Ecke haben, um dort mit meinen Kumpels abzuhängen.

73 Folgen flimmerten damals zwischen 1993 und 1995 über den Bildschirm des Röhrenfernsehers und versüssten mir den späteren Nachmittag. Vielen lieben Dank dafür, ProSieben!

Aber bis heute komme ich nicht mit dem offenen, etwas verwirrenden Ende klar. Was ging denn da genau ab? Das verlangt einfach nach einer weiteren Erzählung! Ich will doch wissen, wie es weitergeht!

Aber egal, ich bestelle mir jetzt alle Folgen auf Blu-ray. Obwohl ich alle schon auf DVD habe.

Einmal Fan, immer Fan!

«Coole Sache!»

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Serien

Was erwartet uns in der 2. Staffel von The Boys?

Die skurrile, brutale Superheldenserie geht bald in die zweite Runde.

Joël Weber

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am

Bild: Amazon Prime Video

Schon bevor die 1. Staffel der Superheldenserie The Boys auf Amazon Prime verfügbar war, wurde bereits eine 2. Staffel bestätigt. Schauen wir uns an, was uns in dieser Fortsetzung erwartet und erwarten könnte.

Spoilerwarnung: Dieser Artikel enthält Spoiler zur 1. Staffel. Alles Infos dazu findest du hier.

Wie könnte sich der Cast verändern?

Staffel 1 von The Boys endet mit einem Cliffhanger: Der Protagonist Billy Butcher hielt seine Frau Becca während Jahren für tot und doch taucht sie in der finalen Szene mit ihrem vom Superhelden Homelander gezeugten Sohn auf. Schon rein deswegen werden Billy und Homelander höchst wahrscheinlich erneut zentrale Rollen in den kommenden Folgen einnehmen. Auch auf den restlichen Cast aus der 1. Staffel wird wohl grösstenteils zurückgegriffen werden. Einige Neuerungen im Cast werden uns aber bestimmt erwarten. Gemäss der Seite Deadline wird die Schauspielerin Aya Cash eine neue Superheldin verkörpern: Stormfront.

Aya CAsh spielt in The Boys Staffel 2 Stormfront
Aya Cash wird zu Stormfront | Bild: AP Images / Invision

Hier unterscheidet sich die Serie einmal mehr von ihrer Comicvorlage, in der Stormfront ein männlicher Superheld ist. Da The Boys einige solche Abwandlungen seiner Vorlage vollführt, ist unklar welche Rolle Stormfront im Krieg zwischen den Seven und den Boys einnehmen wird. In den Comics jedenfalls ist Stormfront ein Superheld, der durch ein Experiment entstanden und der Anführer eines eigenen Superheldenteams namens Payback ist.

Produzent Eric Kripke gab zudem in einem Interview weitere Neuerungen preis. Ihm zufolge wird der Cast ebenfalls durch Giancarlo Esposito, den wir aus Breaking Bad kennen, und durch Billy Butchers Hund Terror erweitert. Giancarlo Esposito konnten wir bereits kurz in der 1. Staffel sehen, so wird seine Figur nun wohl noch weitere Auftritte bekommen. Zudem fiel im Interview der Name eines weiteren Superhelden: Jack from Jupiter, der in den Comics ein weiteres Mitglied der Seven ist.

Giancarlo Esposito in der Serie The Boys
Giancarlo Esposito kehrt in der 2. Staffel zurück | Bild: Amazon Prime Video

Wie könnte die Story weitergehen?

Durch den Cliffhanger der 1. Staffel ist es naheliegend, dass Billy Butchers Frau Becca und deren Sohn eine wichtige Rolle bekommen werden. Im Allgemeinen habe ich das Gefühl, dass Billy eine noch zentralere Rolle als in der 1. Staffel einnehmen wird und dass seine Vergangenheit vertieft thematisiert werden könnte. Somit wäre die Einführung seines Hundes Terror, der uns bis jetzt vollkommen unbekannt ist, einfach zu lösen. Billys Krieg gegen die Superhelden-Vermarktungsfirma Vought und besonders gegen Homelander wird vermutlich weitergehen und dürfte bisher ungeahnte Dimensionen annehmen. Zudem besitzen in den Comics neben den Seven auch die Boys ab einem gewissen Zeitpunkt Superkräfte. Es bleibt spannend, ob dies auch in die Serie eingebaut werden wird.

Hughie Campbell und Billy Butcher aus The Boys
Hughie und Billy | Bild: Amazon Prime Video

Hughie Campbell und Starlight werden vermutlich weiterhin die Hauptprotagonisten darstellen. Ich nehme an, dass sich ihre Beziehung weiterentwickeln wird, zumindest falls die Boys Starlight nicht mehr als Gefahr wahrnehmen. Abzuwarten bleibt, ob sich die junge Superheldin tatsächlich den Boys anschliessen wird und dadurch zu einer Spionin in den Reihen der Seven wird. Auf die Entwicklung der Seven freue ich mich tatsächlich am meisten. Denn nicht nur bekommen wir mit Jack from Jupiter möglicherweise ein neues Mitglied zu Gesicht, auch interessiert mich die weitere Geschichte des Superhelden The Deep. Dieser war zuletzt von den Seven getrennt worden und scheint sich nun seinen eigenen Weg zu bahnen.

Ein genaues Startdatum der 2. Staffel von The Boys ist bisher nicht bekannt. Vermutlich dürfen wir aber mit einer Veröffentlichung 2020 rechnen.

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Serien

The Boys zeigt uns das, was DC und Marvel uns schon immer verheimlicht haben

Nie war es schöner, Superhelden zu hassen.

Peejay Eisenheim

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The Boys Promobild
Bild: Amazon

Wer in den letzten zwei Wochen im Netz unterwegs war, dürfte früher oder später über eine Serie namens The Boys gestolpert sein. Im ersten Moment sieht die Amazon-Produktion wie ein weiterer Beitrag zum Genre der Superhelden aus. Doch spätestens, wenn man sich den Trailer anschaut, hat man den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt. Irgendwie vermittelt einem der kurze Clip den Eindruck, als wären Superhelden nun plötzlich die Bösen.

Aber schau am besten gleich selbst:

Was wäre wenn

Ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn in The Boys sind Superhelden nun keineswegs plötzlich die Bösen. Vielmehr sind sie nun einfach Menschen. Das klingt jetzt erstmal banal, denn schliesslich sind das auch Captain America und Co, doch wenn wir ehrlich sind, sind diese ganzen Marvel- und DC-Charaktere einfach zu perfekt. Selbst Toni Stark, der ein Poser ist und Alkoholprobleme hat, ist im Grund ein guter Kerl. Marvel, DC und viele andere Superheldenfilme zeigen uns eine verklärte Welt, in der Superhelden trotz ihrer Schwächen schlussendlich immer das Richtige tun.

The Boys Serien-Kritik
Bild: Amazon

In The Boys ist das anders. Hier sind wir in einer Welt, die man am ehesten mit den X-Men-Filmen vergleichen könnte. Gewisse Menschen haben aussergewöhnliche Fähigkeiten, die sie nach aussen hin für das Gute einsetzen. Doch blickt man hinter die Kulissen merkt man schnell, dass alles nur ein einziges Big Business ist. „Sups“, wie sie in der Serie genannt werden, sind die neuen Superstars, die bei Firmen unter Vertrag stehen und zu einem Milliardenbusiness geführt haben.

Der grösste Konzern auf diesem Gebiet ist Vought, welche die bei der Bevölkerung legendären Seven unter Vertrag hat. Die Seven sind sozusagen die Avengers, die Justice League dieser Serie. Sie sind zur Stelle, wenn es irgendwo brenzlig wird und gleichzeitig auch die Aushängeschilder aller Superhelden. Dass sie dabei Milliarden durch Merchandising und Filme generieren, ist natürlich ein praktischer Nebeneffekt.

Satire bis ins kleinste Detail

In dieser Welt aus Superhelden, die von Grosskonzernen gelenkt werden, breitet The Boys eine Geschichte aus, in der so ziemlich alle ihr Fett wegkriegen. Das fängt nur schon bei simplen Dingen an, die man sich regelmässig bei Filmen à la Marvel und DC fragt. Zum Beispiel, was eigentlich mit den ganzen Kollateralschäden, welche Superhelden mit ihren Kämpfen verursachen, geschieht. Klar, Captain America: Civil War hat das im Ansatz versucht zu beantworten, doch ist es erst The Boys, welche diese Frage konsequent weiter erforscht. Es ist dann auch diese Frage, welche die Ausgangslage der Geschichte ist: Die Freundin von Hughie wird aus Versehen durch einen Superhelden der Seven getötet. Vought tut das ganze als tragischen Unfall ab, doch Hughie sinnt auf Gerechtigkeit. Diese will ihm Billy Butcher geben, der es sich zum Ziel gemacht hat, Sups – und im speziellen die Seven – zu töten.

The Boys Serien-Kritik
Sie haben sich vorgenommen, dem Treiben der Sups ein Ende zu setzen. | Bild: Amazon

The Boys ist dabei von A bis Z eine Satire auf alle bisherigen Superheldengeschichten, aber auch unsere und im Speziellen die US-Gesellschaft. Da wäre zum Beispiel Homelander, der Anführer der Seven, der ein einziges Patriotismus-Klischee ist. Eigentlich kann man einen Superhelden, der als Cape die US-Flagge hat kaum ernst nehmen, dennoch hinterfragt in der Serie niemand dieses lächerliche Kostüm. Denkt man kurz darüber nach, merkt man aber schnell, dass es eben genau so ist, wie unsere Gesellschaft tickt. Noch heute bedienen wir uns an Klischees und transportieren diese von Generation zu Generation. Wie oft sieht man anhand billiger, plakativer Werbung, dass die offensichtlichsten Werbebotschaften noch immer funktionieren?

The Boys macht sich dabei selbst in Details über Marvel, und DC, unsere Gesellschaft oder den Kapitalismus lustig und kritisiert ihn. Auf der Seite der „Guten“ wäre da beispielsweise Billy Butcher, der allein mit seiner Namensgebung eine DC-Parodie ist. Oder beim Superhelden The Deep, der oberflächlicher nicht sein könnte. Selbst das Intro dieser Serie ist eine Parodie auf Marvel, auch wenn einem das erst im Laufe der ersten Folge bewusst wird. Daher ist The Boys auch keine Serie, die man mal eben nebenbei schauen kann. Wer denkt, auf dem Smartphone rumtippen zu können, wird die besten Gags verpassen, denn diese sind oft sehr subtil.

The Boys Serien-Kritik
The Deep (links) und Homelander. | Bild: Amazon

Noch nie war es schöner, Superhelden zu hassen

Wer The Boys schaut, wird den Nimbus der Superhelden, den das Marvel Cinematic Universe in den letzten zehn Jahren aufgebaut hat, bald bröckeln sehen. Vor allem Homelander, der eine Art Mischung aus Superman und Captain America ist, macht seine Arbeit dabei grossartig. Im Laufe der nur acht Folgen werdet ihr lernen, ihn aus tiefstem Herzen zu hassen. Dass das so ist, liegt vor allem auch an dessen Darsteller Antony Starr. Der Neuseeländer spielt die verschiedenen Seiten von Homelander so nuanciert und überzeugend, dass man ihm die Rolle in jedem Moment abnimmt. So schafft er es teilweise nur schon mit seinem überheblichen Blick, eine Welle des Hasses in einem auszulösen. Homelander wir durch Starr zu einem richtigen Unsympath, der sich von all den 08/15-Bösewichten der Superheldenfilme abhebt.

Kritik muss aber auch sein

Möchte man an der Serie etwas kritisieren, ist es die teilweise etwas vorhersehbare Geschichte. Grundsätzlich hat das Autorenteam wirklich gute Arbeit geleistet. Dennoch gibt es mindestens einen Handlungsbogen, bei dem man sich fragt, ob der jetzt wirklich so hätte verlaufen müssen. Allerdings ist die Serie in seiner Gesamtheit so überzeugend, dass man gerne über diese kleine Schwachstelle hinwegsieht.

The Boys Serien-Kritik
Billy Butcher hat genug von Superhelden. | Bild: Amazon

Fazit zu The Boys

The Boys ist ein wundervoller Tripp in eine nicht ganz so heile Welt der Superhelden, der bis zum Schluss grandios unterhält. Obwohl der Trailer einen anderen Eindruck erweckt, ist die Serie nicht ein einziges blutiges Gemetzel – zum Glück. Die Serie macht vor allem Spass, da sie das Image der perfekten Superhelden in den Dreck zieht und uns zeigt, wie eine Welt mit Superhelden tatsächlich aussehen könnte: dreckig, unehrlich und überhaupt nicht sicherer.

The Boys umfasst aktuell eine Staffel und läuft auf dem Streaming-Dienst Prime Video von Amazon.

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