Am 30. Oktober 2025 lief die Komödie No Hit Wonder in den deutschen Kinos. Seit 5. März ist der Film unter der Regie von Florian Dietrich (Toubab) auf Blu-ray und DVD verfügbar. Bereits seit 28. Februar kann No Hit Wonder ausserdem auf diversen Streaminganbietern wie Prime Video gestreamt werden. In den Hauptrollen ist der Film mit Florian David Fitz (auch Drehbuch) und Nora Tschirner besetzt worden. In weiteren Rollen sind u.a. Jerusha Wahlen, Udo Samel, Corinna Kirchhoff, Bernd Hölscher, Jasmin Shakeri und Holger Stockhaus zu sehen. Doch gelingt es der Komödie, eine abwechslungsreiche Note zu setzen, oder verliert sie sich im Gleichklang und lässt Florian Dietrich nach Toubab vorerst als One-Film-Wonder zurück?

Musik als Therapie
No Hit Wonder erzählt die Geschichte von Daniel Nowak, einem Musiker, dessen einziger grosser Hit ihn einst berühmt machte – heute aber wie ein Schatten auf seinem Leben liegt. Nach einem Zusammenbruch landet er in einer psychiatrischen Klinik, wo er auf die unkonventionelle Glücksforscherin Dr. Lissi Waldstett trifft. Um vorzeitig entlassen zu werden, stimmt Daniel zu, Lissi bei einem ungewöhnlichen Forschungsprojekt zu helfen: Gemeinsam mit einer Gruppe aussergewöhnlicher Patienten will sie deren Lebensfreude mithilfe von Musik wiederentfachen. Was als Zweckgemeinschaft beginnt, entwickelt sich zu einer bewegenden Reise, in der Daniel und die Gruppe lernen, wie Kraft, Zusammenhalt und kreative Energie das Leben verändern können.

Gemeinsamkeiten mit Wie im Himmel
In seiner inhaltlichen Prämisse hat mich No Hit Wonder unweigerlich an das Filmdrama Wie im Himmel erinnert. Ein angeschlagener Star, der eine Gruppe von zusammengefundenen Menschen, die allesamt um ihre Probleme kreisen, zu neuer Energie verhilft, ist hier die unbestreitbare Gemeinsamkeit. Dennoch atmet der Film eine eigenständige und dem heutigen Zeitgeist zugeteilte Luft, die hier mit einer komödiantischeren Note versehen wurde. Dies wird schon in den ersten Minuten deutlich, wenn Daniels fiktives Starleben mit der uns bekannten medialen TV-Welt kollidiert. Trotz alledem spart No Hit Wonder nicht an emotionaler Tiefe ein, die in vereinzelten Schlüsselszenen besonders intensiv zum Tragen kommt.

So in einer Szene um Elaha, die unter einem vergangenen Schicksalsschlag besonders zu leiden hat und sich schliesslich im Beisein von Daniel Nowak und den Chormitgliedern innerhalb einer rührenden A-cappella-Version von Wrecking Ball anfängt zu öffnen. Newcomerin Jerusha Wahlen gelingt es als Elaha hierbei sehr glaubwürdig ihrer depressiv angelegten Rolle neue Lebensfarbe einzuhauchen und mit ihrem Spiel entscheidende Tiefe in den Film einzubringen. Im Zusammenspiel mit Florian David Fitz überzeugen beide in den berührendsten Momenten.

No Hit Wonder zeigt die Bedeutung von Musik auf
Nora Tschirner wertet viele Szenen mit ihrer komödiantischen Spielweise auf, die vor allem zusammen mit Florian David Fitz eine wesentliche Energie versprüht, die zwischen anfänglicher Ablehnung und letztlicher Sehnsucht nach Geborgenheit wechselt. Überhaupt gelingt es, No Hit Wonder eine überraschend harmonische Wechselwirkung zwischen trockenem, schwarzem Humor und tiefgreifenden, sinnstiftenden Fragen des Lebens zu landen.

Auch Udo Samel als Helmut und Corinna Kirchhoff als Ellen sorgen in einer sehr ergreifenden Szene mustergültig, dass Musik in jedem Lebenszustand in der Lage sein kann, Freude und wohlige Erinnerungen zu schenken. In einem früheren Moment wird aber auch deutlich, dass jede Stimme – egal von wem – wichtig ist, um als Ganzes zu funktionieren.

Fiktiver Titelsong und weitere Hits werten den Film auf
Musikalisch bietet No Hit Wonder neben Wrecking Ball mit Get Lucky und Come On Eileen zwei weitere Songs, die den Originalen eine feinfühligere Nuance verleihen. Dem eigens für den Film komponierten Titelsong Time Time Time des fiktiven Musikers Daniel Nowak muss man dabei zugutehalten, dass er tatsächlich im Ohr bleibt und zum Mitsingen animiert. Der Song wurde sogar von Florian David Fitz komponiert. Für die sonstige Filmmusik haben die Jazzmusiker und Komponisten John Grütler und Jan Miserre ein szenenunterstützendes, mal leicht beschwingtes aber auch melancholisches Klanggerüst kreiert. Visuell lebt No Hit Wonder von langsamen Kamerazooms und einem atmosphärischen Schnitt, der den Fokus auf die gefühlvollen Zwischenmomente seiner unterschiedlichen Figuren legt.

Mein Fazit zu No Hit Wonder
No Hit Wonder ist somit ein musikalisch-berührender Film geworden, der zwischen fein abgestimmtem schwarzem Humor und stimmungsvollem Drama vor allem dank seiner starken Schauspielleistungen aufblüht. Damit beweist Florian Dietrich, dass er weit mehr als nur ein One-Film-Wonder ist.
Somit vergebe ich hier gerne 90 von 100 goldene Schallplatten!



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