Am 19. September geht es bei Sky Show und Magenta TV weiter mit Outlander: Blood of My Blood. Es handelt sich um das Prequel der erfolgreichen Fantasy-Serie Outlander (2014–2026). Das Spin-off erzählt die Geschichten zweier Paare, die sich unter völlig unterschiedlichen Umständen begegnen: Brian Fraser und Ellen MacKenzie im Schottland des 18. Jahrhunderts sowie Henry Beauchamp und Julia Moriston während des Ersten Weltkriegs. Dabei handelt sich um die Eltern von Jamie und Claire aus der Originalserie. Wie gut ist Outlander: Blood of My Blood und was macht die Serie aus? Das gibts hier zu lesen.

Zwischen Hochmooren und Fehden
Im schottischen Handlungsstrang trifft Brian Fraser (der spätere Vater von Jamie) auf Ellen MacKenzie. Sie ist die Tochter des verstorbenen Clanoberhaupts. Zwischen den beiden funkt es sofort. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Ellen ist Teil einer mächtigen Familie, in der politische Interessen, Clanfehden und die Erwartungen an Frauen eine entscheidende Rolle spielen. Ihre Brüder Colum und Dougal verfolgen eigene Vorstellungen davon, wie die Zukunft des Clans aussehen soll. Eine Verbindung zwischen einer MacKenzie und einem Fraser droht deshalb mehr als nur eine Familie zu spalten.
Parallel dazu führt die Serie ins England des Ersten Weltkriegs. Henry Beauchamp und Julia Moriston begegnen sich unter völlig anderen Voraussetzungen. Henry ist Soldat, Julia arbeitet unter anderem in der Postzensur. Aus ihrer Beziehung entwickelt sich ebenfalls eine Liebesgeschichte. Als sie Urlaub in Schottland machen und Töchterchen Claire bei Henry Bruder zurücklassen, kommt es zu einem Autounfall. Entgegen der Annahme der Originalserie, dass die beiden dabei ums Leben gekommen sind, überleben Julia und Henry, kommen aber einem Steinkreis zu nahe, der sie in die Vergangenheit katapultiert. Unglücklicherweise werden die beiden voneinander getrennt. Julia wird im Haus von Lord Lovat aufgenommen, während Henry bei den Grants als Berater eingesetzt wird. Sie versuchen fortan, sich wiederzufinden. Allerdings erweist sich das aufgrund den lokalen Begebenheiten als nicht ganz einfach…

Das macht Outlander: Blood of My Blood sehenswert
Gerade die zwei Zeitebenen machen den Reiz der Serie aus. Einerseits bekommen Fans einen Einblick in die Vorgeschichte zweier Figuren, die für Outlander von zentraler Bedeutung sind. Andererseits muss man die Mutter- und Vaterfiguren von Jamie und Claire nicht bereits kennen, um sich auf ihre Geschichten einzulassen. «Blood of My Blood» funktioniert deshalb erstaunlich gut als eigenständiges Historiendrama. Auch wenn Kenner der Mutterserie natürlich ständig kleine Hinweise und Parallelen entdecken können. Besonders interessant ist dabei die Frage, wie stark sich Jamie und Claire in ihren Eltern wiederfinden. Brian und Ellen verbindet eine leidenschaftliche, aber auch von gesellschaftlichen Zwängen geprägte Beziehung. Ellen ist selbstbewusst und widersetzt sich den Vorstellungen, die andere von ihrem Leben haben. Brian wiederum beweist immer wieder Mut und Loyalität. Viele Eigenschaften, die Fans an Jamie kennen und schätzen, bekommen dadurch einen neuen Hintergrund.

Gut Ding will Weile haben…
Natürlich lebt Blood of My Blood auch von dem, was Outlander schon immer ausgezeichnet hat: grosse Gefühle, historische Kulissen, Intrigen, Gewalt, Familienkonflikte und die ständige Bedrohung durch gesellschaftliche und politische Veränderungen. Wer von Outlander vor allem die spektakulären Zeitreise-Abenteuer, Schlachten und grossen Wendungen erwartet, muss sich etwas gedulden. «Blood of My Blood» ist in erster Linie ein romantisches Familiendrama. Die beiden Handlungsstränge brauchen Zeit, um sich zu entwickeln, und nicht jede Episode kommt gleich schnell voran. Auch die vielen Verbindungen zur Mutterserie können gelegentlich etwas konstruiert wirken. Dafür gelingt der Serie etwas, das bei Prequels nicht selbstverständlich ist: Sie macht neugierig auf Figuren, deren Schicksal eigentlich längst bekannt ist. Man weiss schliesslich, dass Brian und Ellen Jamie bekommen werden und Julia und Henry die Eltern von Claire sind. Trotzdem bleibt die Frage spannend, wie es dazu kommt.

Mein Fazit zu Outlander: Blood of My Blood
Outlander: Blood of My Blood kopiert Outlander nicht einfach, sondern erweitert dessen Welt um eine neue Generation . Sie erzählt von der Liebe, bevor Jamie und Claire überhaupt geboren waren, und zeigt gleichzeitig, dass grosse Geschichten oft lange vor ihren bekanntesten Figuren beginnen. Wer Outlander wegen der historischen Atmosphäre, der grossen Liebesgeschichten und der komplexen Familienbeziehungen liebt, bekommt hier zehn Episoden voller Romantik, Drama und Zeitreise-Mystik. Wer bisher dachte, die Geschichte von Jamie und Claire sei schon kompliziert genug, dürfte feststellen: Bei den Eltern war es kaum einfacher. Zudem ist sie für Geschichtsfans spannend. Wie bei Outlander mischt das Prequel Fiktion und Fakten. So basieren die Zeit des Ersten Weltkriegs (ab 1914) und die Clan-Politik im schottischen Hochland des frühen 18. Jahrhunderts (ab ca. 1714) auf echten historischen Epochen. Die Konflikte der Clans und das Leben der Menschen damals sind realistisch nachempfunden.


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