Am 16. September startet The Paper in die zweite Staffel. Sie wird auf Sky Show und WOW zu sehen sein. Die Comedy-Serie stammt von Greg Daniels, der bereits für die US-Version von The Office verantwortlich war, und Michael Koman. Sie spielt zwar im selben Serienuniversum wie The Office, erzählt aber eine neue Geschichte mit einem komplett anderen Arbeitsplatz. Für alle, die noch nicht genau wissen, worum es geht, oder sich vor der zweiten Staffel noch einmal in Erinnerung rufen möchten, was bisher passiert ist, gibt es hier ein kleines Recap.
Von Scranton nach Toledo
Die Dokumentarcrew, die einst die Mitarbeiter der Dunder-Mifflin-Filiale in Scranton begleitet hat, ist auf der Suche nach einem neuen Thema. Fündig wird sie bei einer traditionsreichen, aber ziemlich angeschlagenen Lokalzeitung: dem «Toledo Truth Teller». Das Blatt kämpft mit sinkenden Einnahmen, Sparmassnahmen und der schwierigen Frage, wie Lokaljournalismus in einer zunehmend digitalen Welt überhaupt noch funktionieren kann. Zudem wird die Zeitung eh nur als Nebengeschäft betrieben, der Hauptmarkt gilt dem Toilettenpapier.
In diesem Moment taucht Ned Sampson (Domhnall Gleeson) auf. Der neue Chefredaktor ist ein leidenschaftlicher Journalist und hoffnungsloser Idealist. Er glaubt daran, dass eine gute Zeitung eine Stadt verändern kann. Sein Ziel ist deshalb klar: Er will den «Toledo Truth Teller» wieder zu dem machen, was er einst war. Das Problem ist nur, dass ihm dafür kaum Geld und noch weniger Personal zur Verfügung stehen. Statt eines grossen Teams muss Ned deshalb mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von Mitarbeitenden, die als freiwillige Reporter fungieren, arbeiten.

Ned vs. Esmeralda
Besonders schwierig gestaltet sich Neds Verhältnis zu Esmeralda Grand (Sabrina Impacciatore), der Managing Editorin des «Truth Teller». Sie arbeitet schon lange bei der Zeitung und hat sich mit den schwierigen Bedingungen arrangiert. Während Ned von grossen journalistischen Geschichten träumt, setzt Esmeralda lieber auf Inhalte, die möglichst viele Klicks bringen. Zwischen den beiden prallen deshalb zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen von Journalismus aufeinander.
Auch die anderen Angestellten müssen sich erst an ihren neuen Chef und dessen Ideen gewöhnen. Mare Pritti (Chelsea Frei) beispielsweise hat als ehemalige Kriegsreporterin bereits jede Menge journalistische Erfahrung. Nach ihrer Zeit beim Militär möchte sie eigentlich wieder Geschichten erzählen, findet sich aber zunächst in einer Position wieder, in der sie weit unter ihren Möglichkeiten arbeitet. Ned erkennt ihr Potenzial und versucht, sie wieder für den Journalismus zu begeistern.

Unterdessen hat Detrick Moore (Melvin Gregg) ganz andere Sorgen. Er arbeitet im Anzeigenverkauf und versucht, möglichst freundlich mit allen Menschen auszukommen. Gleichzeitig ist er in seine Kollegin Nicole Lee (Ramona Young) verliebt. Die Zeitung wird damit nicht nur zum Arbeitsplatz, sondern auch zum Schauplatz für diverse persönliche Verwicklungen. Buchhalter Oscar Martinez (Oscar Nuñez) kennt sich mit Zahlen bestens aus und hat bereits bei Dunder Mifflin gearbeitet. Seine Rückkehr ist einer der direktesten Verweise auf The Office. Eigentlich möchte Oscar mit dem ganzen Büro-Wahnsinn nichts mehr zu tun haben. Doch schon bald beginnt auch er, sich für den Journalismus zu interessieren.

Und das ist bis jetzt bei The Paper passiert…
Im Verlauf der ersten Staffel beginnt das zunächst chaotische Team langsam zusammenzuwachsen. Die Mitarbeitenden müssen lernen, was es bedeutet, tatsächlich journalistisch zu arbeiten, Geschichten zu recherchieren und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Zukunft des «Truth Teller» unsicher. Und je mehr Ned versucht, die Zeitung zu retten, desto stärker gerät er mit denjenigen aneinander, die andere Vorstellungen von ihrer Zukunft haben.
Zum Ende der Staffel geht es schliesslich um die Ohio Journalism Awards. Für Ned sind sie die perfekte Gelegenheit, zu beweisen, dass seine journalistischen Vorstellungen funktionieren. Gleichzeitig sorgt die Preisverleihung im Staat Ohio für neue Spannungen innerhalb des Teams. Zumal Esmeralda keine Gelegenheit auslässt, um Ned dazwischen zu funken. Und auch zwischen Ned und Mare scheint sich mehr zu entwickeln als eine rein berufliche Beziehung.

Das macht die Serie aus
Wer The Office mochte, wird sich bei The Paper schnell heimisch fühlen. Die Serie setzt erneut auf das Mockumentary-Prinzip: Eine Kamera begleitet die Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit und fängt dabei nicht nur Gespräche, sondern auch Blicke, peinliche Situationen und kleine Momente ein, die den Figuren oft mehr entlocken, als ihnen lieb ist. Genau daraus entsteht ein grosser Teil des Humors.
Trotzdem ist The Paper keineswegs einfach eine Kopie von The Office. Statt eines Grossraumbüros steht diesmal eine Lokalzeitung im Mittelpunkt. Und das ist nicht nur spannend, sondern auch aktuell. Die Serie beschäftigt sich mit einer Branche, die tatsächlich mit grossen Veränderungen kämpft: Zeitungen verlieren Leser, Anzeigen wandern ins Internet ab und gleichzeitig wird guter Lokaljournalismus immer wichtiger. The Paper macht daraus aber kein schweres Drama, sondern verpackt die Themen in eine leichte Comedy.

Gerade die Mischung macht die Serie sehenswert. Auf der einen Seite gibt es den typischen Büro-Humor, skurrile Figuren und unangenehme Situationen. Auf der anderen Seite entwickelt sich langsam eine Geschichte darüber, warum Journalismus überhaupt wichtig ist. Ned ist zwar manchmal etwas zu enthusiastisch und schiesst übers Ziel hinaus, doch seine Begeisterung für gute Geschichten ist ansteckend.
Auch die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert immer besser. Zu Beginn wirken viele Mitarbeitende wie Fremdkörper, die zufällig am gleichen Arbeitsplatz gelandet sind. Mit der Zeit entstehen Freundschaften, Rivalitäten und romantische Beziehungen. Dadurch wächst einem das Team zunehmend ans Herz.

Mein Fazit zu The Paper
Wer The Office vermisst, sollte The Paper definitiv eine Chance geben. Die Serie übernimmt den bekannten Stil, setzt aber auf einen neuen Schauplatz und eigene Figuren. Besonders interessant ist dabei, dass der Arbeitsplatz diesmal nicht nur Kulisse für absurde Situationen ist, sondern selbst zum Thema wird. Die Zukunft einer Lokalzeitung, der Wert von Journalismus und der Kampf zwischen Qualität und Klickzahlen liefern genügend Stoff für die Comedy. Ein weiterer Pluspunkt ist die kurze Laufzeit. Die erste Staffel umfasst zehn Episoden mit jeweils rund einer halben Stunde. Dadurch lässt sich The Paper angenehm schnell schauen, ohne dass sich die Geschichte unnötig in die Länge zieht.


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