Jamie Foxx als Art in Project Power

Ist Project Power die perfekte Kombination aus Action- und Science-Fiction-Film?

Wie schlägt sich Jamie Foxx im neuen Netflix-Original-Film Project Power?

Seit Kurzem ist der Film Project Power mit Jamie Foxx in der Hauptrolle bei Netflix zu sehen. Erzählt wird eine spannende und actiongeladene Geschichte, die allerdings stark an einen Film aus dem Jahr 2011 erinnert. Eine blosse Kopie also, oder doch gar ein Meisterwerk?

Spoilerwarnung: In diesem Artikel sind einige leichte Spoiler zum Film Project Power enthalten.

Zeitlimitierte Superkräfte dank Drogen

New Orleans in der nahen Zukunft. Seit einiger Zeit macht auf der Strasse eine neuartige Droge den Umlauf: Power. Die Kapseln verleihen jedem, der sie schluckt, fünf Minuten lang übermenschliche Fähigkeiten. Jeder Konsument entwickelt hierbei seine ganz individuellen, von vielen werden sie als Superkräfte bezeichnet. Doch niemand scheint zu wissen, woher die Droge kommt und weshalb sie ausgerechnet in New Orleans zu finden ist. In anderen Teilen des Landes scheint sie noch nicht aufgetaucht zu sein. Zudem reagiert nicht jeder menschliche Körper positiv auf die Droge, was immer wieder zu Todesfällen führt.

Robin geht noch zur Schule und verfolgt den Traum, später eine berühmte Musikerin zu werden. Diese Pläne muss sie allerdings erst einmal begraben, da ihre Mutter schwer krank ist und sie möglichst viel Geld für die Behandlung auftreiben muss. So beginnt Robin damit, mit Power zu dealen. Zeitgleich tritt ein bisher unbekannter Charakter in die Welt der Hightech-Drogen: der Ex-Militär Art. Art, der sich selbst «Der Major» nennt, ist auf der Suche nach seiner Tochter, die vor einiger Zeit nach einem Unfall entführt worden ist. Für die Hersteller der Droge Power scheint das Mädchen allem Anschein nach einen grossen Wert darzustellen.

Art erkennt in Robin ein Potenzial, besonders weil sich Robin in der Drogenszene von New Orleans auskennt. Robin hingegen, die keinen Vater hat, sieht Art zunehmend als einen Beschützer. Nach einigen Schwierigkeiten verbünden sich der Major und Robin gemeinsam im Kampf gegen die korrupte Untergrundorganisation, die hinter Power und der Entführung von Art’s Tochter steckt. Dabei decken die beiden immer mehr dunkle Geheimnisse auf und kommen auch dem Ursprung und der Funktionsweise der Droge auf die Spur. Durch ihre Nachforschungen geraten sie aber unweigerlich ins Visier von einigen sehr mächtigen und skrupellosen Geschäftsleuten. Für diese ist Power nicht nur die Chance, ihren Drogenmarkt zu stärken, sondern auch eine machtvolle Zukunft zu erlangen.

Schurke aus Project Power
Unsichtbar eine Straftat begehen? Dank Project Power kein Problem | Bild: Netflix

Project Power mit Star-Aufgebot

Project Power ist eine Mischung aus Action- und Science-Fiction-Film. Um die anfängliche Frage zu beantworten: Nein, der Film ist meiner Meinung nach nicht die perfekte Mischung aus diesen beiden Genres. Nichtsdestotrotz wartet Project Power mit starken Effekten des Science-Fiction-Bereichs auf und actiongeladen und nicht selten brutal ist der Streifen ebenfalls.

Jamie Foxx, genau wie Joseph Gordon-Levitt spielen ihre knallharten Charaktere mit grosser Hingabe. Doch nicht nur diese beiden Hollywood-Grössen verhelfen Project Power zu seiner Starbesetzung. Auch Musiker Machine Gun Kelly übernimmt, besonders zu Beginn der Handlung, eine grosse und tragende Rolle. Regisseur, Produzent und Youtube-Persönlichkeit Casey Neistat ist ebenfalls mit von der Partie, er übernimmt allerdings eine eher kleinere Nebenrolle. Als Gegenspieler bekommen es das Mädchen und der Major zudem mit dem Profi-Wrestler Oren Hawxhurst zu tun.

Erinnert hat mich Project Power trotz des neuartigen Looks und der bisher nie dagewesenen Geschichte an den Film Limitless aus dem Jahr 2011. Auch in diesem Streifen war eine Droge verantwortlich für die Geschehnisse rund um die Protagonisten, allen voran Bradley Cooper, gewesen. Ist Project Power also nur eine überdrehte Neufassung von Limitless? Nein, denn auch wenn die beiden Filme einige Parallelen aufweisen, bieten sie den jeweiligen Zuschauern unterschiedliche Freuden.

Szene aus Project Power
Drogenmissbrauch einmal anders | Bild: Netflix

Geeignet für Fans, ungeeignet für Wissenschaftler

Project Power richtet sich an alle Fans von Actionfilmen, die zusätzlich in einer alternativen Zukunft spielen. Die Brutalität des Films schränkt das mögliche Zielpublikum zwar etwas ein, dennoch sind die Kampfszenen und Schusswechsel gut choreografiert und nicht überladen oder fehl am Platz. Einziger Kritikpunkt am Film: Die Wirkungsweise der Droge Power wird nicht wirklich seriös erklärt. Den Ausführungen des Schurken Biggie, gespielt von Rodrigo Santoro, ist zu entnehmen, dass die Superkräfte aus der menschlichen DNA heraus entspringen. Da es sich hier aber um meist tierische Fähigkeiten handelt und auch dies nicht immer klar ersichtlich ist, erschien mir diese Erklärung als dürftig.

Somit verzichtet Project Power auf eine tiefgründige Geschichte mit wissenschaftlich korrekten Begebenheiten und zielt vielmehr auf die Unterhaltung seiner Zuschauer ab. Dieses Ziel wird meiner Meinung nach erreicht und Netflix ist diese Kombination aus Action- und Science-Fiction-Film im Rahmen eines reinen Unterhaltungsfilms durchaus gelungen.

Hier gehts zum Trailer