10 Horrorfilme Collage Hush Barbarian Halloween 2026

10 Jahre Horror – Diese 10 Filme haben das Genre mitgeprägt…

In diesem Listicle zum Thema 10 Jahre Horror möchte ich auf zehn Filme zurückblicken, die das Verständnis für den modernen Horror zwischen 2016 bis 2026 aus meiner Sicht entscheidend mitgeprägt haben. Was all diese Filme vereint, ist, dass sie nicht vom lautesten Effekt getragen werden, sondern dass ihr grösster Horror in den vergangenen zehn Jahren oft in der unberechenbaren Stille lauerte.

Don’t Breathe (2016)

Stephen-Lang-aus-Dont-Breathe-2016
Bild: Sony Pictures Releasing GmbH Switzerland

Den Anfang macht der Horrorfilm Don’t Breathe, der den Spiess seiner Geschichte geschickt umdreht. Erzählt wird die Geschichte einer kriminellen Clique, die vor allem Überfälle planen und ausführen. Eines Tages beschliessen sie, einen blinden Mann, der in seinem Haus einen namhaften Betrag an Geld besitzt, zu berauben. Eine Entscheidung, die sie schon bald bereuen werden, denn die Ohren eines Blinden kann man nicht hinters Licht führen. Jedenfalls ist Don’t Breathe ein geniales Stück Spannungskino und sowohl bedrohlich als auch beängstigend. Vor allem die Actionszenen sind grossartig gelungen.

Ebenso bleibt die intensive Darstellung von Stephen Lang nachdrücklich im Gedächtnis. Ganz nach dem Motto: Hier ist der Blinde der König, besticht dieser Film somit dank seiner atmosphärischen Handlung und Inszenierung. Dabei bleibt jede Szene bis zum überraschenden und wendungsreichen Schluss ein mitreissender Spannungsgarant. Er steht damit exemplarisch für einen wahrnehmungsreduzierten Horror, den auch die beiden nächsten Filme des Listicles auf unterschiedliche Weise auf die Spitze treiben.

Still (2016)

Kate Siegel in Hush von Mike Flanagan von 2016
Bild: Netflix

Beim Netflix-Horrorfilm Still (Originaltitel: Hush) handelt es sich um einen äusserst wirkungsvoll inszenierten Film, der mit einem eher unkonventionellen Grundkonzept überrascht und fesselt. Darin geht es um die taube Maddie Young, die Opfer eines verrückten maskierten Mannes wird, weshalb nun Maddies andere Sinne gefragt sind, um zu überleben. Mit dezenten filmischen Mitteln gelingt es Still, die Spannung aufs Unermessliche zu steigern. Heraus kommt ein Film, der die kleinen fesselnden Zwischentöne mit seiner kammerspielartigen Geschichte effektiv zu würdigen weiss. Allen voran ist es stark, dass man nicht mit aufgewärmten und kommerziell ausgerichteten Ideen besticht, sondern auf unverbrauchte Weise überrascht. Die Schauspielerin Kate Siegel beherrscht ihre Rolle dabei so authentisch, als ob sie selbst taub wäre. John Gallagher Jr. überzeugt wiederum mit einer eindringlichen Terrorshow, die in der Horrorfilmgeschichte ihresgleichen sucht. Somit fesselnd, düster, aber auch ein elegant inszenierter kleiner Horrorfilm mit Thriller-Elementen.

A Quiet Place (2018)

Emily Blunt aus dem Horror Film  A Quiet Place 2018
Bild: © Paramount Pictures

Auch in A Quiet Place ist die Stille ein handlungstragendes Element. Der Film entstand unter der Regie von John Krasinski, der sich und seine Frau Emily Blunt in den Hauptrollen besetzte.

Die Familie Abbott lebt in einer Welt, in der nahezu blinde Kreaturen Jagd auf jedes noch so kleine Geräusch machen. Um zu überleben, müssen Evelyn, Lee und ihre Kinder ihren Alltag daher in beinahe völliger Stille bestreiten und ständig darauf achten, keinen Laut von sich zu geben.

A Quiet Place funktioniert unheimlich stark über seine intensive Atmosphäre und die Wahrnehmung seiner Hauptfiguren. Obwohl der Film ganz klar dem Horror-Thriller zugeordnet werden kann, enthält der dystopische Endzeitfilm auch deutliche Elemente des Survival-Dramas. So werden die tragische Familiengeschichte und die existenziellen Herausforderungen immer einschneidender in sehr dichte Spannungsmomente gepackt. Die Kamera behält ihren Fokus dabei voll und ganz auf den Figuren, die meist durch Flüstern oder in amerikanischer Gebärdensprache kommunizieren. Dies ist nicht nur aufgrund der Horrorprämisse wichtig, sondern weil auch Regan und ihre Schauspielerin Millicent Simmonds gehörlos sind. Neben Emily Blunt ist es auch Simmonds, die den Film emotional am stärksten trägt und ihr unterdrücktes Seelenleben so authentisch zum Vorschein bringt.

Insgesamt hat sich A Quiet Place schliesslich ausgezahlt und der von Bryan Woods, Scott Beck und John Krasinski geschriebene Film konnte auch kommerziell überzeugen. Dies führte zu einem Franchise mit bislang zwei weiteren Filmen und einer kommenden Fortsetzung, die 2027 erscheinen soll.

Halloween (2018)

Michael-Myers-in dem Horror Film -Halloween-Version vpn 2018-von-David-Gordon-Green
Bild: © Universal Pictures International Switzerland.

2018 erschien David Gordon Greens alternative Fortsetzung zu John Carpenters Kultslasher Halloween. Nachdem 40 Jahre verstrichen sind, wartet Laurie nur darauf, dass Michael aus der psychiatrischen Rehabilitationsklinik ausbricht, damit sie ihn endgültig zur Strecke bringen kann. Nichts ahnend tritt diese Gelegenheit ein und nach einer Verlegung in eine andere Anstalt baut das Transportfahrzeug einen verheerenden Unfall, womit Michael die Flucht gelingt.

Halloween überzeugt dabei durch seine technische Versiertheit und Jamie Lee Curtis’ durchs Mark gehende, brillante schauspielerische Leistung. Sie spielt jeden ihrer Mitdarsteller gegen die Wand. Ihre Angst und Erfahrung vor Michael bringt sie dabei glaubhaft in den Film ein. Sie ist keine naive junge Frau mehr, die sich unbewaffnet aus ihrem Haus traut, sondern an Halloween auf das Schlimmste vorbereitet. Auch wenn die sonstigen schauspielerischen Leistungen eher im Hintergrund bleiben und die Figurenentwicklung keine weitergehende Vertiefung findet, funktioniert diese Distanzierung hier dennoch. Ab einem gewissen Punkt lässt sich dabei natürlich erahnen, wer das nächste Opfer sein wird.

Aus meiner Sicht aber ein geglücktes Comeback, das trotz kleiner Schwächen und mässigem Drehbuch nach allen Regeln des Slasher-Genres schockiert und manchmal sogar überrascht. Deshalb schade, dass die neue Trilogie mit ihren beiden Fortsetzungen so gnadenlos undankbar beerdigt wurde. Die Idee des Legacy-Sequels zur Wiederbelebung alter Horrorikonen wurde schliesslich salonfähig und bei weiteren Horror-Franchises wie Candyman (2021), Scream (2022) oder Texas Chainsaw Massacre (2022) aufgegriffen. Auch David Gordon Green setzte mit Der Exorzist – Bekenntnis (2023) wieder auf diese Erfolgsformel.

Hereditary – Das Vermächtnis (2018)

Toni-Colette-aus -Hereditary-von-2018
Bild: Ascot Elite Entertainment

Der Tod eines engen Familienmitglieds, eine Trauerfeier, eine zutiefst emotional ergriffene und trauernde Familie sowie ihre schockierenden Folgen sind die Ausgangselemente von Ari Asters Regiedebüt. Neben seiner atmosphärischen Erzählweise ist es die dramatische Familiengeschichte, in die der Zuschauer schon zu Beginn auf künstlerisch grandios gedrehtem Niveau hineingerissen wird. Sie bildet die Grundlage des gesamten Handlungsaufbaus. Auch die eher passive Kameraführung trägt dazu bei, die emotionalen schauspielerischen Momente verstärkt zum Vorschein zu bringen und die Fantasie aus zuschauender Perspektive zu steigern.

Was dann folgt, sind überraschende Handlungswechsel und fotografisch perfekt positionierte und eingefangene Kameraeinstellungen, die dem anfangs ruhigen Erzählstil in langsamen Zoom und Schnitttempo folgen. Ebenso sind es die verstörende Soundkulisse sowie grossartige und einprägende Schauspielleistungen aller Beteiligten, die die abschliessend schockierende Gesamtwirkung unterstützen. Schauspielerisch besticht allen voran Collette mit einer erstklassigen, langsam vom Glauben gebrachten Darbietung als vom Verstand zerfressene Mutter. Quälende Gedanken, die lauthals aus ihr herausdrängen und von wahnhafter Überzeugung und ängstlich geprägten Blicken begleitet werden. Ebenso treibt Wolff seine Schauspielform des Method Acting zum absolut überspitzten Höhepunkt der Horrorfilmgeschichte und überzeugt bis zum Schluss mit seinem traumatischen Ausdrucksvermögen. Letztlich einer der besten Horrorfilme des 21. Jahrhunderts, der den Zuschauer mit schockierender Fassungslosigkeit zurücklässt.

Midsommar (2019)

Florence Pugh aus Midsommar von 2019
Bild: Ascot Elite Entertainment

Dass Ari Aster kein One-Film-Wonder geblieben ist, hat er eindrucksvoll mit seinem Nachfolger bewiesen. Die Hauptprotagonistin Dani muss miterleben, wie ihre Schwester aufgrund einer psychischen Erkrankung ihre Eltern und sich selbst tötet, und begleitet später ihren Freund Christian und dessen Freunde zu einer abgelegenen Wohngemeinschaft in Schweden. Doch je länger sie dort verweilen, desto deutlicher wird, dass die Bräuche und das Verhalten der Bewohner alles andere als normal sind und Dani immer weiter an den Rand des Wahnsinns führen. Die Feierlichkeiten zu dieser Sommersonnenwende in der Kommune Hårga gestalten sich jedenfalls als schwer verdaulich und verstörend.

Aster gelingt damit einer der atmosphärischsten Horrorfilme aller Zeiten, der das sommerliche Grauen neu für sich definiert. Die besondere Stärke ist hierbei auch die Unmittelbarkeit, die Aster im dynamischen Wechsel zwischen Unbehagen, Verstörung und emotionalen Ausbrüchen ins grelle Licht bringt. Florence Pughs eindringliches Schauspiel wirkt hierbei emotional noch lange nach. Einen wirkungsvollen Kontrast bilden auch die gezielte Kameraarbeit und dezente Schnittweise, die die unaufhaltsame Eskalation der für Dani beklemmenden Lage verschärfen.

The Black Phone (2021)

Ethan Hawke als der Grabber  dem Horror Filmaus The Black Phone von 2021
Bild: © Universal Pictures International Switzerland

Unter der Regie von Scott Derrickson (Sinister) entstand schliesslich The Black Phone, der mit Ethan Hawke in der Rolle des Greifers schon jetzt eine ikonische Figur etablierte. Der 13-jährige Finney wird von einem maskierten Serienmörder entführt und in einem schallisolierten Keller gefangen gehalten. Dort beginnt plötzlich ein eigentlich funktionsloses schwarzes Telefon zu klingeln, über das Finney Kontakt zu früheren Opfern seines Entführers erhält, die ihm bei der Flucht helfen wollen.

The Black Phone baut seine dicht inszenierte Spannung vor allem durch die mysteriösen Beweggründe des von Ethan Hawke verkörperten Greifers auf. Dabei fiebert man atemlos mit dem entführten Finney Blake mit, der mithilfe der früheren Opfer auf so manche Fluchtideen gebracht wird. Seine entschlossene Verkörperung ist hierbei ebenso sehenswert wie die selbstbewusste Suche seiner Schwester Gwen. Die Art und Weise, wie sie Gott um Hilfe bittet, hat immer wieder einen leicht humorvollen, aber auch erfrischenden Touch in einem sonst weitgehend ernsten Film. Ethan Hawkes schaurige Darstellung steht jedoch über alle weiteren Darbietungen, wobei das markante Design der von Tom Savini und Jason Baker mitentwickelten Maske schon 5 Jahre nach dem Release Kultstatus erlangt haben dürfte. Hawkes genialer Wechsel zwischen Sanftmütigkeit und Boshaftigkeit macht sein Spiel dabei unberechenbar und den Film zu einem fesselnden Vergnügen.

Barbarian (2022)

Georgina Campbell aus Horror Film Barbarian 2022
Bild: © Disney+

Barbarian entstand schliesslich unter der Regie von Zach Cregger, der 2025 auch mit Weapons von sich reden machte. Erzählt wird die Geschichte von Tess Marshall, die für einen Neustart nach Detroit reist und dort eine Unterkunft gebucht hat, die bereits von dem jungen Keith bewohnt wird. Doch die Nacht gestaltet sich alles andere als einfach, und Tess findet schon bald heraus, dass der Keller mitsamt unterirdischer Gänge ein grauenvolles Geheimnis verbirgt.

Zach Cregger, der nicht nur die Regie, sondern auch das Drehbuch zu seinem Horrorfilm beisteuerte, gelingt es ausserordentlich gut, den Spannungsgrad seines Filmes effektiv zu steigern und mit punktuellen, stimmig platzierten Jumpscares zu überraschen. Dabei ist Barbarian auch mit vereinzelten gewaltvollen Szenen bestückt, die allerdings aufgrund ihres dezenten Einsatzes effektvoll zur stimmungsvollen Inszenierung beitragen.

Schauspielerisch wird der Film vor allem von Georgina Campbells authentischer Aura getragen. Der Film verharrt aber nicht in ihrem Tunnelblick, sondern wechselt auch die Perspektive auf andere Erzählstränge, die sich letztlich überschneiden und einen erweiterten Überblick auf die unglückliche Lage geben. Eine einschüchternd-schaurige Darbietung liefert ausserdem Matthew Patrick Davis als Mutter ab. Barbarian ist somit ein atmosphärischer Horrorfilm, der seine Spannungsschraube geschickt andreht, perspektivisch überrascht und nicht nur mit seiner Hauptdarstellerin eine geschickte Wahl getroffen hat.

Strange Darling (2023)

Willa-Fitzgerald-und-Kyle-Gallner-aus -Strange-Darling-2023
Bild: © Capelight Pictures

2023 erschien schliesslich der US-amerikanische Horrorthriller Strange Darling von JT Mollner. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes und einer Frau, deren One Night Stand zu einem mordsgefährlichen Katz-und-Maus-Spiel der anderen Art ausufert. Strange Darling profitiert dabei von seiner unkonventionellen Erzählweise, da die 6 Kapitel der Story nicht linear erzählt werden. So gelangt der erotische Horrorthriller wie ein anfänglich undurchschaubares Puzzle wendungsreich zu seinem abschliessenden Epilog und gewinnt dadurch an Reiz. Diese Erzählweise mag zu Beginn zwar etwas gewöhnungsbedürftig sein, doch gibt man dieser Inszenierung erstmal eine Chance, zieht sie einen auch dank ihrer eindringlichen Hauptdarsteller in eine fesselnd-berauschende Sogwirkung.

Strange Darling ist deshalb für alle Genrefans gerade aufgrund seiner unkonventionellen Herangehensweise ein überaus wendungsreicher erotischer Horrorthriller, der vor allem dank seiner Unberechenbarkeit überzeugen kann.

Longlegs (2024)

Maika Monroe aus Horror Film Longlegs von 2024
Bild: Ascot Elite Entertainment

2024 erschien der Horror-Thriller Longlegs, der unter der Regie von Anthony Perkins’ Sohn Oz Perkins entstand. Darin geht es um FBI-Agentin Lee Harker, die aufgrund ihres sechsten Sinnes mit einem bislang ungelösten Fall des Serienmörders Longlegs betraut wird, der mehrere Väter dazu gebracht hat, ihre Familienangehörigen auf brutalste Weise auszuschalten. Als plötzlich in Harkers Zimmer eine von Longlegs verfasste Ankündigung auftaucht, nimmt die Geschichte eine immer persönlichere Entwicklung für Lee an und es stellt sich die Frage, welche Verbindung sie mit dem Psychopathen teilt.

Mit Longlegs ist Oz Perkins jedenfalls grandioses Genrekino mit einer mystisch durchdringenden Atmosphäre gelungen. Der Geschichte rund um FBI-Agentin Lee Harker folgt man aus meiner Sicht dank der erzählerisch-fesselnd inszenierten Intransparenz und eindrücklichen Bildern sehr gefasst. Dabei tragen auch der stilbewusste Schnitt, schwebende Kamerafahrten sowie der wirkungsvoll-reduzierte Einsatz von expliziteren Gewaltdarstellungen zu einem intensiven Nachempfinden der komplexen Kriminalgeschichte bei.

Getragen wird das gesamte Werk aber von Nicolas Cage, dem trotz seiner kurzen Screentime das nur seltene hannibalistische Kunststück gelingt, den gesamten Film auch ohne seine darstellerisch aktive Präsenz für sich einzunehmen und Maika Monroe an die Wand zu spielen! Nur gegen Ende verwässert die eindringliche Wirkung für mich aufgrund der zu reisserisch inszenierten übernatürlichen Komponente, die sich allerdings auch schon in Rückblenden zuvor zunehmend andeutet.

Für mich dennoch einer der gewagtesten Filme des Jahres 2024 mit einem so unberechenbar-schaurigen Overacting von Nicolas Cage. Fans von Filmen wie Das Schweigen der Lämmer (1991) oder Sieben (1995) bzw. Liebhaber von spannend erzählten und übernatürlich ausufernden Kriminalgeschichten sollten deshalb unbedingt einen Blick riskieren!

Wem diese Filmtipps noch nicht ausreichen, der findet hier bei Whatthefilm weitere Artikel zu großartigen Horrorfilmen wie Speak No Evil (2024), Heretic (2024), Weapons (2025) oder Obsession (2025).

Unter dem Titel 10 Jahre Horror ist in der gutefrage.net-Kulturgruppe Sany 3000 & Friends ausserdem eine dreiteilige Umfragenreihe erschienen.